Krisengebiet im Sudan Uno beendet Friedensmission in Darfur

Nach 13 Jahren wird die Unamid-Mission in Darfur auf Wunsch der sudanesischen Regierung nicht fortgesetzt. Weil es in der Region zuletzt wieder Gefechte gab, stößt die Entscheidung auf Kritik und Proteste.
Chinesische Uno-Soldaten in Darfur (Archivbild)

Chinesische Uno-Soldaten in Darfur (Archivbild)

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ALFRED DE MONTESQUIOU/ AP

Die Vereinten Nationen ziehen ihre Friedenstruppen aus der sudanesischen Krisenregion Darfur ab. Mit dem Ende der Mission Unamid gehe die »Verantwortung für den Schutz von Zivilisten« an die Regierung des Sudans über, hieß es in einer Mitteilung .

Die gemeinsame Mission von Uno und Afrikanischer Union (AU) war 13 Jahre lang in Darfur aktiv. Der Uno-Sicherheitsrat hatte sich erst vor gut einer Woche auf die Einstellung der Mission zum 31. Dezember geeinigt. Mit dem Abzug von Personal und Ausrüstung soll gemäß der Resolution am Freitag begonnen werden. Vollständig abgeschlossen sein soll sie am 30. Juni.

Die Übergangsregierung in Khartum hatte um die Einstellung der 2007 ins Leben gerufenen Mission ersucht. Sowohl die Vereinten Nationen als auch die Afrikanische Union hatten sich ungeachtet von Protesten zahlreicher Menschen in Darfur vor dem Hauptquartier der Mission in der Regionalhauptstadt Nyala ebenfalls für diesen Schritt ausgesprochen.

Amnesty befürchtet »Sicherheitsvakuum«

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte dagegen eine Verlängerung der Mission gefordert und vor einem »Sicherheitsvakuum« gewarnt.

Auf dem Höhepunkt der Unamid-Mission waren 16.000 Blauhelme in Darfur stationiert. In der Region im Westen des Sudan war im Jahr 2003 ein blutiger Konflikt zwischen Rebellengruppen und der Armee unter dem damaligen Präsidenten Omar al-Baschir ausgebrochen, dem nach Uno-Schätzungen etwa 300.000 Menschen zum Opfer fielen. 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.

Seit einigen Jahren herrscht in Darfur relative Ruhe. In den vergangenen Wochen gab es aber immer wieder Gefechte und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Gruppierungen sowie zwischen arabischen Nomaden und Bauern. Viele Bewohnerinnen und Bewohner der Region fürchten ein Wiederaufflammen der Gewalt nach dem Unamid-Abzug.

mes/AFP
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