Bis zu zwölf Stunden ohne Elektrizität Südafrika ruft wegen Strommangels den Katastrophenfall aus
Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa
Foto: Esa Alexander / REUTERSDie Menschen in Südafrika müssen teilweise bis zu zwölf Stunden täglich ohne Elektrizität auskommen. Nun hat Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa angesichts eines dramatischen Strommangels den nationalen Katastrophenzustand ausgerufen. Damit solle auf die »Stromkrise und ihre Auswirkungen« reagiert werden, sagte Ramaphosa am Donnerstag in Kapstadt in einer Rede zur Lage der Nation. »Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.«
Die Ausrufung des Katastrophenzustands setzt zusätzliche finanzielle Mittel aus dem Haushalt frei. Ähnlich war die Regierung bereits bei der Bekämpfung des Coronavirus vorgegangen. Ramaphosa kündigte zudem an, einen Sonderminister für die Stromversorgung ernennen zu wollen. Dieser solle die Energieprobleme des Landes so schnell wie möglich lösen.
Korruption und Misswirtschaft
Südafrika leidet derzeit unter der schwersten Stromkrise in der Geschichte des Landes. In den vergangenen Monaten hatte sich das seit Jahren anhaltende Problem der Stromversorgung weiter verschärft. Angesichts der Stromknappheit können die rund 60 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Südafrikas nur zu bestimmten Tageszeiten kochen, ihre Wäsche waschen und ihre Telefone aufladen.
Der staatliche Energieversorger Eskom, der 90 Prozent des im Land verbrauchten Stroms produziert, ist mit gut 21 Milliarden Euro hoch verschuldet. Das Unternehmen kämpft zudem mit in die Jahre gekommenen und schlecht gewarteten Kohlekraftwerken, die regelmäßig ausfallen. Eskom werden Korruption und Misswirtschaft vorgeworfen. Ramaphosa kündigte an, dass eine unabhängige Stelle die Vergabe der neuen Finanzmittel überprüfen werde, um eine Veruntreuung zu verhindern.