Zwischenfall im Grenzgebiet Südkoreas Marine feuert Warnschüsse auf Militärboot aus Nordkorea

Im Grenzgebiet zwischen Nordkorea und Südkorea hat ein südkoreanisches Kriegsschiff offenbar ein feindliches Patrouillenboot vertrieben. Das hatte Jagd auf ein anderes Schiff gemacht – das nun in südkoreanischer Obhut ist.
Ein südkoreanisches Kriegsschiff (Bild von 2014)

Ein südkoreanisches Kriegsschiff (Bild von 2014)

Foto: Dale Arnould/ AP/dpa

Die südkoreanischen Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge ein Militärboot aus Nordkorea im Grenzgebiet zwischen beiden Staaten vertrieben. Dafür seien Warnschüsse abgefeuert worden. Das nordkoreanische Patrouillenboot habe bei der Verfolgung eines »unbewaffneten« Bootes im Gelben Meer die Seegrenzlinie zum Süden überquert, teilte der Generalstab mit. Das Patrouillenboot sei nach den Schüssen wieder abgedreht.

Das verfolgte Boot stammt nach Berichten südkoreanischer Medien ebenfalls aus Nordkorea. Die sieben Besatzungsmitglieder wurden demnach mitsamt dem Boot von der südkoreanischen Marine zur Insel Baengnyeong gebracht, wo sie befragt werden sollten. Laut dem Sender Arirang handelt es sich womöglich um ein Fischerboot, das abgetrieben ist. Der Zwischenfall ereignete sich einen Tag vor der Präsidentschaftswahl in Südkorea.

15 Kilometer vom Feind entfernt

Baengnyeong ist die westlichste Insel Südkoreas und grenzt an zwei Seiten an nordkoreanische Hoheitsgewässer. Nur rund 15 Kilometer liegt die Insel vom nordkoreanischen Festland entfernt.

Die sogenannte Nördliche Grenzlinie (NLL) vor der Küste der koreanischen Halbinsel wird von Nordkorea nicht anerkannt. Die NLL wurde nach dem Koreakrieg (1950 bis 1953) einseitig von einem Uno-Kommando gezogen, um Feindseligkeiten zwischen beiden Seiten zu verhindern.

An der Grenze kommt es immer wieder zu Gefechten und Spannungen zwischen beiden Ländern. Nordkorea hatte nach Angaben Südkoreas und Japans erst am Wochenende mindestens eine mutmaßliche ballistische Rakete abgefeuert. Die Rakete sei nach dem Start am Samstagmorgen in der Nähe der Hauptstadt Pjöngjang in Richtung offenes Meer im Osten geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit.

Nordkorea sind Tests von Raketen und Atomwaffen nach einer Resolution des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen untersagt. Je nach Bauart können solche Raketen auch einen Atomsprengkopf tragen.

mrc/dpa

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