Belarussische Oppositionspolitikerin Tichanowskaja ruft zu Verhandlungen mit Lukaschenko-Regierung auf

Kommt es in Belarus zu Verhandlungen zwischen der Opposition und der Regierung von Machthaber Lukaschenko? Swetlana Tichanowskaja spricht sich dafür aus. Die Proteste im Land sollen dennoch weitergehen.
Oppositionelle Tichanowskaja: Proteste sollen weitergehen

Oppositionelle Tichanowskaja: Proteste sollen weitergehen

Foto: Heikki Saukkomaa / dpa

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat zu Verhandlungen mit der Regierung des autoritären Staatschefs Alexander Lukaschenko aufgerufen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und die Uno seien bereit, eine Plattform für Gespräche zu organisieren und zu vermitteln, sagte die Belarussin in einer Videoansprache.

Sie rief zugleich zu einer Fortsetzung der Proteste auf. Diese seien nötig, um die Regierung an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die Regierung habe nicht die Kraft, eine zweite Protestwelle zu überstehen, so die Oppositionspolitikerin.

In einer schriftlichen Stellungnahme, die ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht wurde, forderte sie zudem die Freilassung politischer Gefangener und das Ende der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste. Diese Punkte seien Bedingungen für die Aufnahme von Verhandlungen.

Nach der Präsidentschaftswahl im August hatte es in Belarus wochenlang Massenproteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko gegeben. Die Opposition wirft dem seit 26 Jahren regierenden Staatschef Wahlbetrug vor, die EU erkennt die offiziell verkündete Wiederwahl Lukaschenkos nicht an.

Tichanowskaja war bei der Wahl gegen Lukaschenko anstelle ihres inhaftierten Ehemanns Sergej Tichanowski angetreten und floh später nach Litauen. Immer wieder trifft sie europäische Politiker, um für Unterstützung der belarussischen Demokratiebewegung zu werben.

asa/Reuters
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