Offenbar mehrere Dschihadisten befreit IS stürmt Gefängnis im Nordosten Syriens

Erst explodierte eine Autobombe, dann griffen die Kämpfer an: Bei einem Anschlag des »Islamischen Staats« auf eines der größten Haftzentren Syriens soll einer Reihe von Gefangenen die Flucht gelungen sein.
IS-Kämpfer nahe der Stadt Hassakeh im Nordosten Syriens: Die Islamisten haben ein Fahrzeug der kurdischen YPG entwendet (Archivbild)

IS-Kämpfer nahe der Stadt Hassakeh im Nordosten Syriens: Die Islamisten haben ein Fahrzeug der kurdischen YPG entwendet (Archivbild)

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AP/dpa

Die Dschihadisten-Miliz »Islamischer Staat« (IS) hat im Nordosten Syriens ein Gefängnis angegriffen und möglicherweise eine große Zahl von Insassen befreit. Die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) bestätigten zunächst lediglich den Angriff auf das Gefängnis Ghwajran in der Stadt Hassakeh. Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kam eine unbekannte Zahl gefangener Dschihadisten frei.

Demnach explodierte eine Autobombe am Eingang des Gefängnisses und eine zweite Explosion ereignete sich in der Nähe, bevor IS-Kämpfer die kurdischen Sicherheitskräfte frontal angriffen. »Einer Reihe von Gefangenen ist die Flucht gelungen«, erklärte die Beobachtungsstelle, ohne nähere Angaben zu machen. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netz von Informanten vor Ort. Die Angaben der Organisation lassen sich von unabhängiger Seite oft kaum überprüfen.

Die SDF bestätigten, dass es einen Befreiungsversuch von IS-Kämpfern gab und dass dabei eine Autobombe zum Einsatz kam. Es sei dann Verstärkung zum Gefängnis entsandt und das Gebiet abgesperrt worden. Angaben zu möglichen Toten und Verletzten gab es zunächst nicht.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle überflogen Flugzeuge der US-geführten internationalen Anti-IS-Koalition anschließend das Gebiet und warfen Leuchtraketen in der Nähe des Gefängnisses ab. Ghwajran ist eines der größten Haftzentren, in denen IS-Kämpfer in Syrien untergebracht sind, wie der Direktor der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Der IS war 2019 in Syrien und im Irak militärisch weitgehend besiegt worden. Seit der Zerschlagung ihres »Kalifats« tauchten die verbliebenen Kämpfer ab oder zogen sich an entlegenere Orte zurück.

mkl/AFP/Reuters