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Hilfsorganisation Oxfam kritisiert Ergebnis der Syrien-Geberkonferenz

Zehn Jahre dauert der Syrienkrieg nun schon an, drei von fünf Menschen leiden inzwischen unter Hunger. Bei der internationalen Geberkonferenz kam jüngst dennoch weniger Geld zusammen als im vergangenen Jahr.
Flüchtlinge in Syrien: Fast 60 Prozent der Bevölkerung leiden unter Hunger

Flüchtlinge in Syrien: Fast 60 Prozent der Bevölkerung leiden unter Hunger

Foto: Ghaith Alsayed / dpa

Die Hilfsorganisation Oxfam hat das Ergebnis der jüngsten internationalen Geberkonferenz für die Leidtragenden des Syrien-Konflikts als unzureichend kritisiert. Der zugesagte Betrag bestätige die Befürchtung, dass die Appelle der vom Bürgerkrieg betroffenen Menschen nicht gehört würden, kommentierte der für Syrien zuständige Oxfam-Direktor Moutaz Adham. Zwar möge die Gewalt in dem Land zum Teil zurückgegangen sein, Millionen Syrer kämpften in ihrer Heimat und der Region aber noch immer um ihr Überleben und seien mit den Folgen der Coronapandemie, zunehmender Arbeitslosigkeit und einem Zusammenbruch der Wirtschaft konfrontiert.

Bei der von der EU und den Vereinten Nationen organisierten Online-Geberkonferenz hatten die Teilnehmer am Dienstag 5,3 Milliarden Euro zugesagt, um die katastrophalen Folgen des Syrienkonflikts abzumildern. Dies waren rund 1,6 Milliarden Euro weniger als bei der Konferenz 2020, obwohl zum Beispiel allein Deutschland 1,7 Milliarden Euro versprach und damit die höchste Summe seit vier Jahren.

Mit dem bei der Onlinekonferenz gesammelten Geld sollen unter anderem Nahrungsmittel, medizinische Hilfen und Schulbildung für Kinder finanziert werden. Es wird über Hilfsorganisationen direkt nach Syrien fließen oder Ländern in der Region zugutekommen, die viele Geflüchtete aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen haben. Allein die Türkei beherbergt nach eigenen Angaben rund 3,7 Millionen Menschen aus dem Nachbarstaat.

In Syrien selbst litten nach Uno-Angaben zuletzt 12,4 Millionen Menschen und damit fast 60 Prozent der Bevölkerung unter Hunger. Der Konflikt in dem Land dauert mittlerweile seit dem Jahr 2011 an. Zwar ist die Gewalt zuletzt zurückgegangen, doch bei den Bemühungen um eine politische Lösung gibt es derzeit keine nennenswerten Fortschritte.

asa/dpa