Streit zwischen Syriens mächtigsten Sippen Regierung beschlagnahmt Vermögen von Assad-Cousin

Rami Makhlouf ist einer der reichsten Männer Syriens – und ein Cousin von Machthaber Assad. Nun geht die Regierung gegen den Geschäftsmann vor und sorgt für eine neue Eskalation der seit Monaten dauernden Familienfehde.
Rami Makhlouf (Archiv)

Rami Makhlouf (Archiv)

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Louai Beshara/ dpa

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat den seit neun Jahren anhaltenden Bürgerkrieg nahezu gewonnen. Im engsten Kreis seiner Familie läuft jedoch seit Monaten ein weiterer Kampf - um Macht und Geld. Im Zentrum dieser Fehde stehen die Familie des Diktators und die seines Cousins Rami Makhloufs. Nun geht der Familienstreit in eine neue Runde.

Die Regierung in Damaskus hat das Vermögen des schwerreichen Assad-Cousins Makhlouf beschlagnahmt. Das geht aus einem Schreiben des syrischen Finanzministeriums hervor, das jetzt bekannt wurde. Demnach handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme. Beschlagnahmt würden auch das Vermögen der Ehefrau und der Kinder Makhloufs.

Der berühmt-berüchtigte Geschäftsmann ist nicht nur ein Cousin von Machthaber Assad, sondern auch Haupteigner des Mobilfunkunternehmens Syriatel. Er galt lange als treuer Unterstützer des Präsidenten. Syriens Regierung verlangt von Syriatel jedoch Gelder in Millionenhöhe, die Makhlouf für überzogen hält.

Dem Brief des Finanzministeriums zufolge sollen mit der Beschlagnahmung Zahlungen an die syrische Regulierungsbehörde für Telekommunikation gewährleistet werden. Dabei geht es Regierungsangaben zufolge um einen Betrag von mehr als 230 Milliarden syrischen Pfund (rund 120 Millionen Euro gemäß dem aktuellen inoffiziellen Wechselkurs).

Der Milliardär hatte den Konflikt in den vergangenen Wochen in drei Videos auf seiner Facebook-Seite öffentlich gemacht. Dabei wandte er sich direkt an Assad und warnte, Syriatel drohe der Zusammenbruch. Das syrische Kommunikationsministerium warf ihm am Montag eine "Betrugskampagne" vor.

Die USA und die Europäische Union haben Makhlouf auf die Sanktionsliste gesetzt, weil er die syrische Regierung unterstützt. Viele sehen in ihm ein Symbol der ausufernden Korruption in dem Bürgerkriegsland. Dass er sich zunehmend öffentlich äußert, ist ein Beleg für einen tiefen Riss in der syrischen Herrscherelite.

asc/dpa
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