Familienfehde in Syrien Regierung verhängt Reiseverbot gegen Cousin Assads

Der Streit zwischen Syriens Machthaber Assad und seinem schwerreichen Cousin spitzt sich zu: Erst wurde das Vermögen von Rami Makhlouf beschlagnahmt, nun darf der Unternehmer das Land nicht mehr verlassen.
Rami Makhlouf

Rami Makhlouf

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YOUSSEF BADAWI/EPA-EFE/Shutterstock

Seit Monaten liefern sich die mächtigen Sippen Syriens einen erbitterten Kampf  um Macht und Geld. Nun geht die Familienfehde zwischen Machthaber Baschar al-Assad und seinem Cousin Rami Makhlouf in eine neue Runde. Gegen den schwerreichen Unternehmer wurde ein Ausreiseverbot verhängt. 

Hintergrund ist ein spektakulärer Rechtsstreit: Die syrische Telekommunikationsbehörde verlangt von dem Mobilfunkanbieter Syriatel, dessen Haupteigner Makhlouf ist, die Zahlung von umgerechnet mehr als 120 Millionen Euro. Ein am Donnerstagabend bekannt gewordener Gerichtsbeschluss besagt, dass Makhlouf das Land vorübergehend nicht verlassen darf, bis das Verfahren gegen ihn abgeschlossen und die geforderten Beträge beglichen seien.

Am Dienstag war bereits das Vermögen von Makhlouf vorübergehend beschlagnahmt worden. In einem Schreiben des syrischen Finanzministeriums hieß es dazu, es handele sich um eine vorsorgliche Maßnahme. Beschlagnahmt würden auch das Vermögen der Ehefrau und der Kinder Makhloufs.

Der berühmt-berüchtigte Geschäftsmann galt lange als treuer Unterstützer des Präsidenten Assad. Die Millionen-Forderung der Regierung Syriens hält Makhlouf jedoch für überzogen. Der Milliardär hatte den Konflikt in den vergangenen Wochen in drei Videos auf seiner Facebook-Seite öffentlich gemacht. Dabei wandte er sich direkt an Assad und warnte, Syriatel drohe der Zusammenbruch. Das syrische Kommunikationsministerium warf ihm am Montag eine "Betrugskampagne" vor.

Die USA und die Europäische Union haben Makhlouf auf die Sanktionsliste gesetzt, weil er die syrische Regierung unterstützt. Viele sehen in ihm ein Symbol der ausufernden Korruption in dem Bürgerkriegsland. Eine weitere Entscheidung des syrischen Kabinetts verbietet Makhlouf, in den kommenden fünf Jahren Geschäfte mit dem öffentlichen Sektor abzuschließen. Dass er sich zunehmend öffentlich äußert, ist ein Beleg für einen tiefen Riss in der syrischen Herrscherelite.

asc/dpa
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