»Erfahrener Bombenbauer und Drahtzieher« US-geführte Koalition meldet Festnahme von hochrangigem IS-Anführer

Der Koalition gegen den »Islamischen Staat« ist es offenbar gelungen, einen der führenden Köpfe der Terrormiliz in Syrien zu schnappen. US-Berichten zufolge handelt es sich um den früheren Gouverneur von Rakka.
Angehöriger des IS mit Flagge in Rakka: Die syrische Stadt galt lange als inoffizielle Hauptstadt des selbst ernannten »Kalifats«

Angehöriger des IS mit Flagge in Rakka: Die syrische Stadt galt lange als inoffizielle Hauptstadt des selbst ernannten »Kalifats«

Foto: Reuters

Der »Islamische Staat« (IS) dominierte jahrelang weite Teile Syriens und des Irak – und verbreitete Angst und Schrecken. Mittlerweile ist die Terrormiliz auf dem Rückzug, Hunderte Kämpfer sollen jedoch noch aktiv sein. In Syrien ist der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition nun offenbar ein Schlag gegen die Terroristen gelungen.

Bei einer Operation im Norden des Landes hat das Bündnis eigenen Angaben zufolge einen hochrangigen IS-Anführer festgenommen. »Die festgenommene Person wurde als erfahrener Bombenbauer und Drahtzieher eingeschätzt, der zu einem der führenden Köpfe der Gruppe in Syrien geworden ist«, heißt es in der Erklärung der Koalition. Weitere Angaben zur Identität des Mannes gab es nicht. Während der Operation seien keine Zivilisten zu Schaden gekommen.

Zuvor hatte ein Sprecher einer von der Türkei unterstützten syrischen Rebellengruppe der Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt, am frühen Morgen habe es im Dorf Al-Humaira südlich der türkischen Grenze einen Hubschraubereinsatz der Koalitionstruppen gegeben. Laut einem Vertreter der von der Türkei unterstützten Syrischen Nationalarmee (SNA), Major Youssef Hamoud, seien amerikanische Chinook- und Black-Hawk-Hubschrauber beteiligt gewesen. »Dies ist die erste Hubschrauberlandung in Gebieten, die von der SNA kontrolliert werden«, sagte er.

Die »Washington Post« meldete , US-Regierungsvertreter hätten den Festgenommenen als Hani Ahmed al-Kurdi identifiziert. Er sei früher als Gouverneur von Rakka bekannt gewesen. Die Stadt im Norden Syriens galt einst als inoffizielle Hauptstadt des vom IS kontrollierten Gebiets. Die Extremisten hatten 2014 große Regionen im Irak und in Syrien überrannt und dort ein selbst ernanntes »Kalifat« ausgerufen. Mittlerweile haben sie ihr Herrschaftsgebiet wieder verloren.

Im Oktober 2019 war bei einem Einsatz von US-Spezialkräften in Syrien IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi ums Leben gekommen. Laut US-Angaben zündete er eine Sprengstoffweste, um einer Festnahme zu entgehen. Sein Nachfolger Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi starb im vergangenen Februar ebenfalls bei einem US-Einsatz im Norden Syriens. US-Angaben zufolge sprengte er sich und seine Familie in die Luft.

asc/dpa/Reuters
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