Spannungen mit China Taiwan beginnt Manöver zur Abwehr eines möglichen Angriffs

Gerade erst hatte China militärisch die Muskeln spielen lassen, nun ist Taiwans Armee dran. Im äußersten Süden der Insel startet eine Übung – bei der Gegenmaßnahmen für eine Invasion simuliert werden.
Übung der taiwanischen Streitkräfte (Archivbild aus Dezember 2021)

Übung der taiwanischen Streitkräfte (Archivbild aus Dezember 2021)

Foto: Ceng Shou Yi / imago images/NurPhoto

Die Lage rund um Taiwan bleibt äußerst angespannt. Nach Tagen massiver chinesischer Militärmanöver haben auf der Insel Übungen zur Abwehr eines möglichen Angriffs begonnen. Dabei wurde am Dienstag in Taiwans südlichstem Landkreis Pingtung scharfe Artilleriemunition abgefeuert. Ein Armeesprecher bestätigte den Beginn der Übung.

Der Sprecher hatte im Vorfeld gesagt, die taiwanische Armee werde am Dienstag und Donnerstag »Gegenmaßnahmen gegen simulierte feindliche Angriffe auf Taiwan üben«. Hunderte Soldaten und rund 40 Haubitzen würden dabei zum Einsatz kommen. Die Übungen seien schon länger geplant gewesen und stellten keine Reaktion auf die Manöver Chinas dar.

Taiwan hält regelmäßig Manöver ab, bei denen eine chinesische Invasion simuliert wird. Im Juli hatte das taiwanische Militär im Rahmen seiner größten jährlichen Übung die Abwehr von Angriffen aus dem Meer in einer »gemeinsamen Abfangoperation« geübt.

China hatte vergangene Woche nach einem Taiwanbesuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi riesige Militärmanöver in den Gewässern rund um Taiwan begonnen. Ungeachtet aller Proteste und entgegen eigener Ankündigungen setzte China seine Militärübungen am Montag fort. Peking hatte eigentlich angekündigt, die Übungen am Sonntag beenden zu wollen.

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China spricht von »notwendiger Warnung«

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Wu Qian, bezeichnete die Manöver am Montag als »notwendige Warnung« an die USA und Taiwan. Es sei eine »angemessene« Reaktion auf deren »Provokationen«. Die Spannungen seien »bewusst« von den USA geschaffen worden, indem Pelosi gegen den Widerstand aus Peking nach Taipeh gereist sei.

DER SPIEGEL

Seit der Spaltung zwischen China und Taiwan im Jahr 1949 betrachtet Peking die Insel als abtrünniges Gebiet, das es wieder mit dem Festland vereinigen will – notfalls mit militärischer Gewalt. Der Konflikt zwischen Peking und Taipeh hatte sich zuletzt unter dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping verschärft.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat zudem Befürchtungen wachsen lassen, Peking könnte im Umgang mit Taiwan auf ein ähnliches Vorgehen setzen.

jok/AFP
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