Spannungen mit China USA rufen im Südpazifik zur Verteidigung der Demokratie auf

Chinas massive militärische Präsenz in der Taiwanstraße droht sich auszuweiten: Der Inselstaat Salomonen geht Verbindungen mit Peking ein – Washington hält mit einer diplomatischen Offensive dagegen.
US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman auf den Salomonen

US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman auf den Salomonen

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Dion Isaacson / AFP

Auf den Salomonen, ein Inselstaat im Südpazifik, hat US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen. Es sei »an der Zeit zu entscheiden, ob wir Regierungen wollen, die transparent arbeiten und Rechenschaft gegenüber ihrem Volk ablegen«, sagte sie.

Anlässlich des 80. Jahrestags der Schlacht von Guadalcanal zwischen den USA und Japan, das damals mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbündet war, nannte Sherman zwar keine Namen. Sie sagte aber, dass »manche in der Welt« vergessen hätten, welche Kosten Kriege verursachten, oder die Lehren der Vergangenheit ignorierten.

Shermans Besuch ist Teil einer diplomatischen Offensive der USA in der Region. Dazu gehörte auch der Besuch von Nancy Pelosi, der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, in Taiwan. Es war der ranghöchste Besuch aus den USA in der demokratischen Inselrepublik seit einem Vierteljahrhundert; damit haben die Spannungen mit China  zugenommen.

China beansprucht Taiwan für sich. Es sieht die Insel als Teil der Volksrepublik an, droht mit einer Eroberung und lehnt offizielle Kontakte anderer Länder vehement ab. China reagierte auf Pelosis Besuch mit einem Militärmanöver in der Taiwanstraße, die am Sonntag enden soll. Taiwan hat China vorgeworfen, dabei einen Angriff auf die Hauptinsel zu simulieren.

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USA sorgen sich um ihren Einfluss

Es ist die größte militärische Machtdemonstration gegenüber Taiwan seit Raketenübungen Mitte der Neunzigerjahre, als die USA zwei Flugzeugträger in die Region um Taiwan entsandt hatten. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen verurteilte die Übungen als »unverantwortliche Bedrohung« nicht nur in der Taiwanstraße, sondern auch für die ganze Region.

Und in dieser Region sorgen sich die USA um ihren schwindenden Einfluss. Deswegen die diplomatische Offensive – und deswegen der Besuch von Sherman auf den Salomonen.

Im April war bekannt geworden, dass der Inselstaat und China ein weitreichendes Sicherheitsabkommen unterzeichnet hatten. Die Regierung der Salomonen um Regierungschef Manasseh Sogavare unternahm zudem Schritte zur Einschränkung der Pressefreiheit und spielte mit dem Gedanken, die Wahlen zu verschieben.

Die USA und Australien betrachten seit Langem mit Sorge, dass China einen Marinestützpunkt im Südpazifik errichten könnte. Sherman bekräftigte bei ihrem Besuch den Willen Washingtons, die Zusammenarbeit mit den »absolut wichtigen« pazifischen Inselstaaten zu verstärken – unter anderem durch die Eröffnung von US-Botschaften in Tonga, Kiribati und auf den Salomonen.

hba/AFP/dpa
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