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Acht Milliarden – Der Auslands-Podcast Eskaliert der Taiwankonflikt zur nächsten Weltkrise?

China antwortet auf Nancy Pelosis Besuch in Taiwan mit militärischen Manövern rund um den Inselstaat – auch in Taiwans Hoheitsgewässern. Droht hier ein bewaffneter Konflikt zwischen Weltmächten?

Im Jahr 2027 soll China militärisch bereit sein, Taiwan zu erobern.

Das geht aus inzwischen nicht mehr ganz so geheimen Analysen des US-Militärs hervor.
Nach den Eskalationen der vergangenen Woche könnte es schon früher zu bewaffneten Konflikten zwischen den beiden Staaten kommen. Denn nach erfolglosen Protesten gegen den Besuch Nancy Pelosis in Taiwan reagierte Peking mit massiven Manövern rund um den Inselstaat. Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses habe die geltende »Ein-China-Politik« verletzt, in der sich die USA dazu bekennen, dass nur die Volksrepublik China das chinesische Volk repräsentiert. Und nicht die »Republik China«, wie der offizielle Name Taiwans nach wie vor lautet.

Haben die USA also geltendes und gemeinsam vereinbartes Recht gebrochen, indem sie die dritthöchste Repräsentantin der Vereinigten Staaten nicht davon abhielten, nach Taipeh zu fliegen? Steckt dahinter eine offizielle Strategie? Oder nutzt China die Gelegenheit, um sich im Indopazifik eine vorteilhaftere Position zu verschaffen?

»Es waren ja vor allem die China- und Taiwanexperten in der US-Regierung, die sagten: Obacht, das ist vielleicht jetzt nicht der allerbeste Moment, um das zu tun«, meint Christoph Giesen, SPIEGEL-Korrespondent in China. »Daher, glaube ich, war das jetzt vielleicht für Nancy Pelosi ein strategischer Move, aber nicht eine Grand Strategy zu sagen: Wir schieben da jetzt unsere Sprecherin des Repräsentantenhauses hin. Das ist eine Sache, die interessanterweise eher in China als eine ganz bewusste Provokation wahrgenommen wird.«

Am Ende dieser Woche belegte China zunächst Nancy Pelosi und ihre engsten Angehörigen mit Sanktionen. Kurz darauf setzte die Führung in Peking die offizielle Zusammenarbeit mit den USA in den Bereichen Klimaschutz und Verteidigung aus. Auf unbestimmte Zeit.

»Interessant war ja, dass unter den Amerikanern, die sich mit dem Besuch schwertaten, vor allen Dingen die Militärs waren«, sagt Bernhard Zand, der nach vielen Jahren als Korrespondent in China nun die chinesisch-amerikanische Politik von New York aus beobachtet. »Und offenbar haben amerikanische Militärs da eine etwas vorsichtigere Wahrnehmung, als es mancher Politiker hat. Und da die ja jetzt nicht bekannt dafür sind, irgendwie ganz schnell zu kuschen, würde ich auch sagen, ist das auch ein Grund, darauf zu hören.«

Was hat der Besuch Nancy Pelosis in Taiwan bei der Regierung in Peking ausgelöst? Welche Rolle spielt Russlands Krieg gegen die Ukraine in diesem Zusammenhang? Und wie wahrscheinlich ist ein militärischer Konflikt zwischen China und den USA nach dieser Eskalation? Darüber sprechen Christoph Giesen und Bernhard Zand in dieser Folge des Auslands-Podcasts »Acht Milliarden«.

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