Nach Pelosi-Visite Weitere US-Delegation besucht Taiwan

Ein Besuch Nancy Pelosis zog groß angelegte chinesische Militärübungen nach sich. Eine Gruppe von US-Senatoren ist nun dennoch nach Taiwan gereist – und kommt mit der Präsidentin der Inselrepublik zusammen.
US-Senator Ed Markey (l.) und Taiwans Vizeaußenmisiter Alexander Tah-ray Yui: Empfang auf dem Flughafen von Taipeh

US-Senator Ed Markey (l.) und Taiwans Vizeaußenmisiter Alexander Tah-ray Yui: Empfang auf dem Flughafen von Taipeh

Foto: Ministry of foreign Affairs / AFP

Knapp zwei Wochen nach dem umstrittenen Taiwan-Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi ist erneut eine US-Delegation in den demokratisch regierten Inselstaat gereist. Wie das Außenministerium in Taipeh am Sonntag bekannt gab, traf eine fünfköpfige Delegation unter Leitung des demokratischen Senators Ed Markey für einen zweitägigen Besuch ein.

Demnach werden die US-Politiker auch Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen treffen.

Der Stopp in Taiwan findet nach Angaben des American Institute in Taiwan im Rahmen einer größeren Reise in die indopazifische Region statt. Bei den Treffen in Taiwan soll es demnach um die Beziehungen zwischen den USA und Taiwan, regionale Sicherheit, Handel, globale Lieferketten und Klimawandel gehen, hieß es weiter.

Als Reaktion auf den Besuch Pelosis hatte China groß angelegte Militärübungen rund um Taiwan durchgeführt und dabei auch eine mögliche Eroberung geübt. Die chinesische Führung lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu Taiwan ab, weil sie die Insel als Teil der Volksrepublik ansieht. Hingegen versteht sich Taiwan längst als unabhängig.

Nach dem Sieg der Kommunisten im Chinesischen Bürgerkrieg war es 1949 zur Spaltung zwischen China und Taiwan bekommen. Peking betrachtet die Insel bis heute als abtrünniges Gebiet, das es wieder mit dem Festland vereinigen will – notfalls mit militärischer Gewalt. Hingegen versteht sich Taiwan längst als unabhängig.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Befürchtungen wachsen lassen, Peking könnte im Umgang mit Taiwan auf ein ähnliches Vorgehen setzen.

asa/dpa
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