Abzug binnen 14 Monaten USA und Taliban unterzeichnen Friedensabkommen für Afghanistan

In Doha haben die USA und die Taliban ein Abkommen unterzeichnet und damit den längsten Krieg der USA beendet.
US-Diplomat Zalmay Khalilzad und Taliban-Mitgründer Abdul Ghani Baradar unterzeichnen das Friedenabkommen zwischen den USA und den Taliban in Doha

US-Diplomat Zalmay Khalilzad und Taliban-Mitgründer Abdul Ghani Baradar unterzeichnen das Friedenabkommen zwischen den USA und den Taliban in Doha

Foto: KARIM JAAFAR / AFP

Donald Trump hat mehrfach versprochen, die "endlosen Kriege" zu einem Abschluss zu bringen, die Amerika im Ausland führt. Doch bislang haben die USA ihre Truppen weder in Syrien, noch in Afghanistan abgezogen. Mit einem Abkommen mit den militant-islamistischen Taliban soll sich die Situation nun zumindest in Afghanistan ändern - und nach 18 Jahren der längste Krieg der USA beendet werden. In Doha im Golfemirat Katar haben die Taliban bei einer Zeremonie das USA-Taliban-Abkommen am Samstagnachmittag unterzeichnet.

In dem Abkommen garantieren die Taliban, dass Afghanistan kein sicherer Platz für Terroristen ist und sie Friedensgespräche mit der Regierung in Kabul binnen zwei Wochen nach der Unterzeichnung aufnehmen. Im Gegenzug leiten die USA den Abzug ihrer Truppen aus dem Land ein. Die Regierungen beider Länder kündigten in einer gemeinsamen Erklärung an, der Abzug der US-Soldaten und der Nato solle binnen 14 Monaten abgeschlossen sein. Die USA wollen in einer ersten Tranche binnen viereinhalb Monaten ihre Truppenzahl von aktuell 12.000 bis 13.000 auf 8600 reduzieren. Danach soll jeder weitere Abzug davon abhängig sein, ob die Taliban ihre Verpflichtungen einhalten.

Der Großteil der US-Soldaten, rund 8000, war bisher für die Nato-Mission "Resolute Support" (RS) im Land, die afghanische Sicherheitskräfte ausbildet. Weitere rund 5000 sind im Anti-Terror-Kampf eingesetzt, oder für beides.

Anfangs hatten die USA in den Verhandlungen auch einen umfassenden Waffenstillstand von den Islamisten gefordert. Diesen konnte Washington den Taliban aber nicht abringen. Am Ende reichte den USA eine siebentägige "Gewaltverringerung" vor einer Unterzeichnung des Abkommens.

Keine Angriffe "aus Freude" über das Abkommen

Die Taliban kündigten an, an diesem Samstag keine Angriffe in Afghanistan durchzuführen. Die Islamisten befänden sich "wegen der Freude der Nation über die Unterzeichnung des Abkommens" mit den USA in der Defensive, teilte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid mit. Wie es am Sonntag weitergehe, werde man basierend auf den Inhalten des Abkommens entscheiden, sagte Mudschahid weiter.

Die bekannten Opferzahlen seit dem Einmarsch der US-Soldaten sind immens. Seit 2001 starben nach Angaben des Pentagons in Afghanistan mehr als 1800 amerikanische Streitkräfte bei Anschlägen oder Gefechten. Wie viele Taliban umkamen, ist unbekannt. Die Zahl der seit 2009 verletzten oder getöteten Zivilisten gibt die Uno mit mehr als 100.000 an. Die Verluste der afghanischen Sicherheitskräfte bezifferte Präsident Aschraf Ghani im Januar 2019 nur für seine Amtszeit auf mehr als 45.000.

mfh/dpa/Reuters
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