Telefonat mit US-Außenminister Pompeo Lukaschenko betont Schulterschluss mit Russland

Belarus und Russland wollen sich laut Machthaber Lukaschenko gemeinsam gegen Bedrohungen von außen wehren. Dies soll er laut Staatsfernsehen US-Außenminister Pompeo am Telefon berichtet haben.
Machthaber Alexander Lukashenko

Machthaber Alexander Lukashenko

Foto: Maxim Guchek / imago images/ITAR-TASS

Am Samstag haben Alexander Lukaschenko, selbsternannter Präsident von Belarus, und der amerikanische Außenminister Mike Pompeo miteinander telefoniert.

Lukaschenko soll Pompeo dabei auf die enge Allianz seines Landes mit Russland hingewiesen haben. Dies berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Staatsfernsehen von Belarus.

Lukaschenko hatte sich nach der Präsidentschaftswahl selbst zum Sieger gekührt - die Opposition wirft ihm Wahlbetrug vor. Landesweit laufen seit Wochen Demonstrationen gegen den Machthaber.

In dem Telefonat mit Pompeo soll Lukaschenko zudem gesagt haben, dass Russland und Belaraus gemeinsam bereitstünden, um gegen Bedrohungen von außen vorzugehen. Zugleich betonte er, dass Russland sich nicht in die Angelegenheiten von Belarus einmische.

Pompeo wiederum soll erklärt haben, dass die USA die Unabhängigkeit von Belarus unterstützten und die Zusammenarbeit mit Belarus weiter entwickeln wollten.

Frauenprotest läuft weiter

Unterdessen demonstrierten am Samstag wieder Hunderte Frauen im Zentrum der Hauptstadt Minsk. "Freiheit für Belarus" war auf Fotos von Plakaten von dem Frauenmarsch im Nachrichtenkanal Telegram zu lesen. Auch in anderen Städten gab es Proteste.

Der Samstag ist seit Beginn des Widerstands gegen Lukaschenko vor rund drei Monaten fest in der Hand von Frauen. Sie gelten als eine treibende Kraft des Aufstands gegen "Europas letzten Diktator", wie Lukaschenko von seinen Kritikern genannt wird.

Proteste gegen Lukaschenko in Minsk am 24.10.2020

Proteste gegen Lukaschenko in Minsk am 24.10.2020

Foto: - / dpa

Bei der großen Sonntagsdemonstration steht diesmal alles im Zeichen eines Volks-Ultimatums der Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja. Die 38-Jährige hatte Lukaschenko die Frist 25. Oktober gestellt, um zurückzutreten und den Weg für Neuwahlen freizumachen. Zwar hat Lukaschenko einige Gefangene aus dem Gefängnis entlassen, mehr Entgegenkommen ist aber nicht in Sicht.

Seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August kommt es in der Ex-Sowjetrepublik zu Protesten, weil sich Lukaschenko nach 26 Jahren an der Macht mit rund 80 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären ließ. Den Sieg beansprucht die Demokratiebewegung für Tichanowskaja.

hda/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.