Islamistischer Terror Malis Armee tötet nach eigenen Angaben 57 Dschihadisten

Im westafrikanischen Mali spitzt sich die Lage zu: Die Armee soll ein Rebellen-Lager im Norden des Landes angegriffen haben, nachdem »nicht identifizierte Bewaffnete« Regierungstruppen attackiert hatten.
Soldaten der malischen Armee

Soldaten der malischen Armee

Foto: Frederic Petry / Hans Lucas / IMAGO

Bei einem Einsatz der malischen Armee gegen islamistische Gruppierungen im Norden des Landes sind nach Militärangaben 57 Dschihadisten sowie acht Soldaten getötet worden. Die Armee habe ein Rebellen-Lager angegriffen, nachdem »nicht identifizierte Bewaffnete« in der Region Archam Regierungstruppen attackiert hätten, erklärten die Streitkräfte am Samstag.

Aus der Grenzregion zu Burkina Faso und Niger hatte es zuletzt Berichte über zunehmende Gewalt der Dschihadisten gegen Zivilisten gegeben. Islamistische Extremisten töteten übereinstimmenden Angaben aus verschiedenen Quellen zufolge in den vergangenen Tagen rund 40 Menschen, denen sie vorwarfen, einer rivalisierenden Gruppierung anzugehören.

Das Dreiländereck ist seit Jahren Schauplatz dschihadistischer Gewalt. Angaben über Vorkommnisse in der Region sind wegen eingeschränkter Kommunikationsmittel aber schwer zu überprüfen. Die malische Militärjunta hatte sich nicht zu den jüngsten Gewalttaten durch Dschihadisten geäußert.

Am Donnerstag hatten Frankreich und seine europäischen Partner des sogenannten Takuba-Einsatzes den Abzug ihrer Soldaten aus dem westafrikanischen Krisenstaat angekündigt. Die Militärjunta hatte dies gefordert. Die französische Regierung nannte die Verschiebung der Wahlen in Mali und »zahlreiche Behinderungen« durch die Junta als Grund für den Abzug. Beobachter befürchten nun ein Sicherheitsvakuum und eine weitere Zunahme der Gewalt in dem verarmten Land.

In der malischen Hauptstadt Bamako bejubelten allerdings mehrere hundert Demonstranten den geplanten französischen Truppenabzug. Die Demonstration war von Unterstützern der Militärregierung organisiert worden. »Wir brauchen Frankreich nicht. Es soll gehen«, hieß es unter den Demonstranten.

Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist in Westafrika massiv im Einsatz gegen Islamistenmilizen aktiv; Mali ist ein Schwerpunkt. Die derzeitige französische Operation »Barkhane« umfasst bis zu 5100 Soldaten. Mit einer Neuausrichtung seiner Präsenz in der Region und dem Ende von »Barkhane« will Frankreich die Truppenstärke langfristig auf 2500 bis 3000 Kräfte reduzieren.

Deutschland ist an dem von Frankreich geleiteten Takuba-Einsatz nicht beteiligt, die Bundeswehr ist aber im Rahmen zweier anderer Missionen mit derzeit insgesamt etwa 1300 Soldaten in dem Land präsent. Die französische Abzugsentscheidung könnte Auswirkungen auch auf die Bundeswehreinsätze haben. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) äußerte am Donnerstag massive Zweifel am Fortbestand der deutschen Mali-Einsätze.

Die deutschen Soldaten beteiligen sich in dem westafrikanischen Staat an der EU-Ausbildungsmission EUTM, in der malische Soldaten ausgebildet werden, und an der UN-Mission Minusma, die zum Schutz der Zivilbevölkerung beitragen soll.

nil/AFP

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