Migranten in Texas Gouverneur lobt »Barriere aus Stahl« an der Grenze zu Mexiko

Seit Tagen harren Tausende Migranten aus Lateinamerika unter einer Brücke in Texas aus. Die USA versuchen, sie abzuschrecken. Eine »funktionierende« Maßnahme sei laut Gouverneur Abbott eine Barriere aus Fahrzeugen.
Eine Barriere aus Fahrzeugen von US-Behörden, die sich am Ufer des Flusses Rio Grande meilenweit aneinanderreihen

Eine Barriere aus Fahrzeugen von US-Behörden, die sich am Ufer des Flusses Rio Grande meilenweit aneinanderreihen

Foto: Julio Cortez / AP

Zuletzt sorgten Bilder von US-Grenzpolizisten auf Pferden im Einsatz gegen Migranten für Entsetzen. Auf Videoaufnahmen sowie auf Fotos war zu sehen, wie berittene Grenzschützer im Bundesstaat Texas an der Grenze zu Mexiko gegen Menschen aus Haiti vorgingen.

Nun hat der texanische Gouverneur Greg Abbott eine »Barriere aus Stahl, die Menschen daran hindert, die Grenze zu überqueren«, hervorgehoben. Die Barriere bestehe aus Fahrzeugen von US-Behörden, die sich am Ufer des Flusses Rio Grande meilenweit aneinanderreihten. »Diese Strategie funktioniert«, sagte der Republikaner Abbott bei einer Pressekonferenz in der texanischen Grenzstadt Del Rio, ohne Details zu nennen.

Greg Abbott, Gouverneur von Texas, bei seiner Pressekonferenz

Greg Abbott, Gouverneur von Texas, bei seiner Pressekonferenz

Foto: Julio Cortez / dpa

In den vergangenen Tagen hatten Tausende Menschen – viele von ihnen Migranten aus Haiti – die Gelegenheit ergriffen, bei niedrigem Wasserstand durch den Grenzfluss nach Texas zu laufen. Die Lage in Del Rio hat sich zuletzt zugespitzt: Die Menschen harren dort unter einer Brücke in provisorischen Zelten aus, die Biden-Regierung setzt weiter auf Massenausweisungen. Im Laufe der vergangenen Woche seien rund 16.000 Migranten an der Brücke angekommen, teilte das Büro von Gouverneur Abbott mit.

Ein Schutzsuchender im provisorischen Zeltlager in Del Rio

Ein Schutzsuchender im provisorischen Zeltlager in Del Rio

Foto: ADREES LATIF / REUTERS

Einige seien inzwischen in andere Lager gebracht worden, meldete der Sender CNN. Die meisten Haitianer kommen laut US-Medienberichten nicht direkt aus Haiti, sondern waren zuletzt in südamerikanischen Ländern ansässig, viele wohl bereits seit dem verheerenden Erdbeben von 2010.

Kritik von der Uno

Die Mehrheit der Migranten aus Haiti fällt unter die sogenannte Titel-42-Regelung, die die Regierung unter Donald Trump zu Beginn der Pandemie in Kraft gesetzt und dazu genutzt hat, die Grenzen weitgehend abzuriegeln. Begründet wird dies mit der Gefahr einer Einschleppung von Covid-19. Unter Biden wurde die Regelung mit Ausnahme von unbegleiteten Minderjährigen verlängert.

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Umstrittener Einsatz am Rio Grande

Foto: Paul Ratje / AFP

Innenpolitisch wächst der Druck auf die Biden-Regierung von allen Seiten. Auf besonders heftige Kritik waren Anfang der Woche die Bilder gestoßen, die US-Grenzbeamten bei einem Einsatz auf Pferden gegen Migranten in Del Rio zeigten. Ein Polizist packte beispielsweise vom Pferd aus einen Mann an seinem T-Shirt. Auf anderen Bildern wirkte es so, als würden Polizisten drohend ihre langen Zügel schwingen. Der Demokrat Chuck Schumer  nannte das Vorgehen gegen Migranten aus Haiti inakzeptabel. Auch die Uno kritisiert die US-Regierung für ihr Vorgehen.

Texas-Gouverneur Abbott warf dem demokratischen US-Präsidenten Joe Biden Versagen vor: »Die Biden-Regierung tut nichts, um die Grenze zu sichern.«

lau/dpa
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