Proteste in Thailand Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten

In Thailand fordern junge Demonstranten seit Monaten den Rücktritt des Premiers und eine Reform der Monarchie. Die Polizei ging jetzt vor dem Parlament in Bangkok hart gegen Aktivisten vor.
Wasserwerfer gegen Demonstranten in Bangkok

Wasserwerfer gegen Demonstranten in Bangkok

Foto: DIEGO AZUBEL/EPA-EFE/Shutterstock

Die Polizei in Bangkok hat Wasserwerfer und Tränengas bei einer Demonstration vor dem Parlament der Hauptstadt von Thailand eingesetzt. Einige Aktivisten hätten versucht, vor dem Gebäude errichtete Barrikaden und Stacheldrahtzäune zu überwinden, berichtete die Zeitung »Bangkok Post«. Auch hätten Demonstranten Farbbeutel und Rauchbomben in Richtung der Einsatzkräfte geworfen.

Ein Polizeisprecher sagte, die Teilnehmer seien zuvor gewarnt worden, die Barrikaden nicht zu durchbrechen. Als sie dies trotzdem versucht hätten, seien zunächst Wasserwerfer eingesetzt worden. Da die Demonstranten aber nicht zurückwichen, sei anschließend Wasser mit Tränengas gemischt worden.

Seit Monaten gehen in dem südostasiatischen Land immer wieder vor allem junge Demonstranten auf die Straße. Sie fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha, eine Neuwahl und umfassende Reformen. Gleichzeitig stellen sie erstmals die Rolle der Monarchie infrage.

Die Demonstranten hatten kürzlich auch Deutschland um Unterstützung gebeten. Thailands König Maha Vajiralongkorn hat in Bayern sein zweites Zuhause, dieses Jahr soll er den Großteil der Zeit dort verbracht haben.

Maas droht Thailands König mit »Konsequenzen«

Vajiralongkorn besitzt eine Villa in Tutzing am Starnberger See und hielt sich auch während des Corona-Shutdowns im Frühjahr trotz Beherbergungsverbots zeitweise in einem Luxushotel in Garmisch-Partenkirchen auf. Seit Mitte Oktober ist er aber wieder in Thailand. Es wird erwartet, dass er dort auch mindestens bis Ende des Jahres bleibt.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte dem Monarchen kürzlich mit Konsequenzen für den Fall gedroht, dass bei dessen Aufenthalten in Bayern rechtswidriges Verhalten festgestellt werde. »Natürlich habe ich auch das Treiben des thailändischen Königs in Deutschland im Blick«, sagte der SPD-Politiker. »Und wenn es dort Dinge gibt, die wir als rechtswidrig empfinden, dann wird das sofortige Konsequenzen haben.«

als/dpa
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