Besuch in der Unruheregion Xi reist überraschend nach Tibet

Es ist der erste Besuch eines chinesischen Staatschefs in Tibet seit mehr als 30 Jahren: Präsident Xi Jinping hält sich in der Unruheregion auf, die von Peking kontrolliert wird.
Xi bei einer Ankunft in Tibet (Aufnahme aus 2011)

Xi bei einer Ankunft in Tibet (Aufnahme aus 2011)

Foto: Photoshot / picture alliance

Chinas Präsident Xi Jinping ist überraschend in die Unruheregion Tibet gereist. Der staatliche Fernsehsender CCTV zeigte, wie ihn beim Verlassen seines Flugzeugs am Flughafen von Nyingchi eine Menschenmenge mit chinesischen Flaggen und traditioneller tibetischer Kleidung begrüßte. Der Staatschef kam den Angaben zufolge schon am Mittwoch dort an, ohne dass dies offiziell angekündigt wurde.

Es ist der erste Besuch eines chinesischen Staatschefs in Tibet seit mehr als drei Jahrzehnten. Zuletzt war Präsident Jian Zemin im Jahre 1990 dort gewesen. Xi war bereits zweimal auf offizieller Reise in der Unruheregion: 1998 als Parteichef der Provinz Fujian und dann im Jahre 2011 als Vizepräsident.

Tibet hat seit Jahrhunderten ein angespanntes Verhältnis zu China. Nach phasenweiser Unabhängigkeit hatte Peking immer wieder die Kontrolle über die Bergregion übernommen. Im Jahre 1951 besetzte die Volksrepublik das Gebiet und kontrolliert die autonome Region und die angrenzenden Provinzen, in denen ebenfalls viele Tibeter leben, bis heute mit harter Hand.

1959 kam es zum Aufstand, der gewaltsam niedergeschlagen wurde. Der Dalai Lama, das spirituelle Oberhaupt der Tibeter, floh daraufhin nach Indien und gründete in Dharamsala die tibetische Exilregierung. Viele Exiltibeter werfen der chinesischen Regierung vor, ihre Kultur und Religion gewaltsam zu unterdrücken. Zuletzt war es im Jahr 2008 in der Region zu Unruhen mit vielen Toten gekommen.

Peking gibt an, Tibet 1951 »friedvoll befreit« und dann Infrastruktur und Bildung in die unterentwickelte Region gebracht zu haben. Heute investiert China enorme Summen in die wirtschaftliche Entwicklung Tibets.

Im September 2007 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das geistliche und religiöse Oberhaupt der Tibeter erstmals in Berlin empfangen – der Schritt hatte zu Verstimmungen im diplomatischen Verhältnis zu Peking geführt.

als/AFP