Bericht der Menschenrechtskommission Journalistin Abu Akleh starb laut Uno wohl durch Schuss eines israelischen Soldaten

Die Uno-Menschenrechtskommission hat den Tod der Journalistin Shireen Abu Akleh untersucht. Nun liegt der Befund vor – und sieht starke Hinweise dafür, dass sie durch die Kugel eines israelischen Soldaten starb.
Die Al-Dschasira-Journalistin Schirin Abu Akle mit einer »Presse«-Weste, wie sie sie auch am Tag ihres Todes trug

Die Al-Dschasira-Journalistin Schirin Abu Akle mit einer »Presse«-Weste, wie sie sie auch am Tag ihres Todes trug

Foto: Imad Creidi / REUTERS

Erkenntnisse der Uno-Menschenrechtskommission weisen darauf hin, dass israelische Sicherheitskräfte den Schuss abgaben, durch den die Reporterin Shireen Abu Akleh starb. »Wir haben keine Informationen gefunden, die darauf hindeuten, dass in unmittelbarer Nähe der Journalistin Aktivitäten bewaffneter Palästinenser stattgefunden haben«, sagte eine Uno-Sprecherin in Genf. Das habe eine Analyse von Videomaterial sowie eine Befragung von Zeugen und Experten ergeben.

Die Journalistin vom TV-Sender Al-Dschasira war Anfang Mai während eines israelischen Militäreinsatzes in Dschenin im nördlichen Westjordanland ums Leben gekommen. Ihr Tod sowie Zusammenstöße bei ihrer Beerdigung in Jerusalem hatten international Bestürzung und Empörung ausgelöst. Israelische und palästinensische Behörden beschuldigten sich gegenseitig, für den Vorfall verantwortlich zu sein.

Nach Darstellung der israelischen Armee ist nicht eindeutig geklärt, von wo der tödliche Schuss kam. Israel bestritt kategorisch, dass israelische Soldaten auf Journalisten schießen, und bot den Palästinensern an, den Vorfall gemeinsam zu untersuchen.

Die Uno-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet rief die israelischen Behörden auf, eine umfassende und gründliche Untersuchung des Vorfalls einzuleiten. Dies gelte auch für die insgesamt 58 Palästinenser, die nach Zählung der Uno seit Jahresbeginn von israelischen Soldaten getötet worden seien.

mgo/AFP/dpa/Reuters
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