Moldauische Konfliktregion Offenbar Explosionen in der transnistrischen Hauptstadt Tiraspol

Es hat offenbar einen Angriff auf das Ministerium für Staatssicherheit in der von prorussischen Separatisten kontrollierten Region Transnistrien gegeben. Die Ukraine gab Moskau die Schuld an dem Beschuss.
Lenin-Statue vor dem Parlamentsgebäude von Transnistrien in Tiraspol (2021)

Lenin-Statue vor dem Parlamentsgebäude von Transnistrien in Tiraspol (2021)

Foto: GLEB GARANICH / REUTERS

In der an die Ukraine grenzenden Konfliktregion Transnistrien ist nach Angaben der örtlichen Behörden das Ministerium für Staatssicherheit beschossen worden. Demnach wurde das Gebäude in der transnistrischen Hauptstadt Tiraspol durch Explosionen beschädigt.

Auf Fotos, deren Echtheit nicht überprüft werden konnte, waren eingeschlagene Scheiben und ein zertrümmerter Eingang zu sehen. Die Behörden teilten am Montag mit, dass das Gebäude mit Panzerabwehrmunition beschossen worden sei. Es sei wegen eines arbeitsfreien Tags niemand zu Schaden gekommen.

Transnistrien gehört eigentlich zum ukrainischen Nachbarstaat Moldau, viele Menschen aus der Ukraine sind hierhin geflohen. Die abtrünnige Teilrepublik wird jedoch de facto seit den Neunzigerjahren von einem prorussischen Regime regiert und von russischen Truppen gestützt. In der Republik Moldau gibt es seit Längerem die Befürchtung, dass der Kreml seine Armee auch in ihr Land einmarschieren lassen könnte.

Die moldauischen Behörden teilten in der Hauptstadt Chișinău mit, es sei nicht klar, wer geschossen habe. Es handele sich aber offenkundig um eine Provokation mit dem Ziel, die Lage in der Konfliktregion zu destabilisieren. Die benachbarte Ukraine, die sich einem russischen Angriffskrieg ausgesetzt sieht, gab Moskau die Schuld an dem Beschuss.

Der ukrainische Militärgeheimdienst in Kiew warf Russland vor, mit dieser Provokation Panik schüren zu wollen. Demnach könnten die in Transnistrien stationierten Truppen versuchen, von dort aus die Ukraine in Richtung der Stadt Odessa am Schwarzen Meer anzugreifen. In einer in Kiew veröffentlichten Mitteilung  erinnerte der Geheimdienst an eine Äußerung eines russischen Befehlshabers, der am vergangenen Freitag offen davon gesprochen hatte, dass Moskau die gesamte Südukraine bis nach Transnistrien unter seine Kontrolle bringen wolle.

bbr/dpa
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