"March for Life" Trump demonstriert mit Abtreibungsgegnern

Kritik hatte es schon bei der Ankündigung gegeben. Nun hat Donald Trump tatsächlich auf einer Demonstration gegen legale Schwangerschaftsabbrüche gesprochen.
Donald Trump bei "March for Life"-Demo: "Jedes Kind ist ein heiliges und wertvolles Geschenk Gottes."

Donald Trump bei "March for Life"-Demo: "Jedes Kind ist ein heiliges und wertvolles Geschenk Gottes."

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LEAH MILLIS/ REUTERS

Donald Trump ist als erster US-Präsident bei einer Großdemonstration von Abtreibungsgegnern in Washington D.C aufgetreten. Trump hielt bei der traditionellen Veranstaltung unter dem Motto "March for Life" ("Marsch für das Leben") eine Rede.

"Ungeborene Kinder hatten noch nie einen stärkeren Verteidiger im Weißen Haus", sagte Trump. "Jedes Kind ist ein heiliges und wertvolles Geschenk Gottes."

Mehrere tausend Menschen nahmen an dem "Marsch" teil, der seit 1974 jedes Jahr in der US-Hauptstadt stattfindet.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP waren unter den Demonstranten viele evangelikale Christen, eine wichtige Wählergruppe für Trump.

"Jedes Menschenleben - geboren und ungeboren - ist nach dem heiligen Bild des allmächtigen Gottes geschaffen", sagte Trump. Er habe den Kongress aufgefordert, Gesetze zum Verbot von Spätabtreibungen zu verabschieden.

Den Demokraten warf Trump vor, "die radikalsten und extremsten Positionen" in der Debatte um Schwangerschaftsabbrüche einzunehmen. Angesichts der Fortsetzung des Impeachment-Verfahrens gegen ihn, sagte Trump: "Sie sind hinter mir her, weil ich für Euch kämpfe, und wir kämpfen für diejenigen, die keine Stimme haben, und wir werden gewinnen, weil wir wissen, wie wir gewinnen können."

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Trump hatte bereits im Wahlkampf 2016 versucht, mit dem Thema Wähler zu gewinnen. In einem Fernsehinterview sagte er, Frauen in den USA sollten für Abtreibungen bestraft werden, wenn diese in den Vereinigten Staaten für illegal erklärt würden. Weil darauf selbst entschiedene Abtreibungsgegner empört reagierten, ruderte sein Wahlkampfteam kurz darauf zurück.

Im vergangenen Jahr nannte der US-Präsident auf Twitter drei Szenarien, in denen er Abtreibungen befürwortet: Schwangerschaften nach einer Vergewaltigung oder durch Inzest sowie Fälle, in denen das Leben der Mutter gefährdet ist.

Das Abtreibungsrecht gehört seit Jahrzehnten zu den strittigsten innenpolitischen Themen in den USA. Befürworter des Rechts auf Abtreibung befürchten, dass die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen rückgängig gemacht oder eingeschränkt werden könnte. Abtreibungsgegner streben ein neues Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs zu der Frage an. 

fek/dpa/Reuters
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