News-Update Klinikum Wolfsburg nimmt keine Patienten mehr auf

Einer der führenden deutschen Volkswirte fordert mehr Staatshilfe. Italiens Geheimdienst warnt vor Aufständen. Syrien hat das erste Covid-19-Opfer. Und Trump will Corona-Hotspots nicht abriegeln. Das News-Update.

Pflegekräfte stehen in Schutzkleidung vor dem Wolfsburger Alten- und Pflegeheim, in dem bislang 15 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind

Pflegekräfte stehen in Schutzkleidung vor dem Wolfsburger Alten- und Pflegeheim, in dem bislang 15 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind

Foto: Peter Steffen/ dpa

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Schnapsbrennerei in Österreich macht aus alten Spirituosen Desinfektionsmittel

23.59 Uhr: Im österreichischen Lustenau wird aus altem Schnaps Desinfektionsmittel hergestellt. Der örtliche Zweitliga-Fußballverein Austria Lustenau hatte laut einem Medienbericht  gemeinsam mit einer lokalen Schnapsbrennerei zum Spenden von altem Schnaps aufgerufen. Demnach sind zahlreiche Anwohner dem Aufruf bereits gefolgt.

Aus den Spirituosen (mit mindestens 35 Prozent Alkoholgehalt) wird dann Desinfektionsmittel hergestellt. Wie der Verein mitteilt e, werde der gewonnene Alkohol "zwar keine Goldmedaille gewinnen", erfülle jedoch seinen Zweck. Das Desinfektionsmittel solle der Gemeinde Lustenau und dort insbesondere medizinischem Personal bereitgestellt werden.

Polnische Oppositionskandidatin will Präsidentenwahl boykottieren

23.26 Uhr: In Polen sollen die Präsidentschaftswahlen am 10. Mai stattfinden - bislang ohne Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Dagegen regt sich nun Widerstand: Die Vorsitzende der polnischen Oppositionspartei Bürgerplattform (PO), Malgorzata Kidawa-Blonska, ruft zum Boykott der Wahl auf, sollte diese wie geplant durchgeführt werden.

In einem Facebook-Post schrieb die liberale Politikerin, es sei "geradezu verbrecherisch" die Wahlen in der aktuellen Situation stattfinden zu lassen. Kidawa-Blonska, die PO bei der Wahl antritt, kündigte an, ihre Kampagne von nun an auszusetzen. Begegnungen und Gespräche mit Wählern seien ohnehin derzeit nicht möglich.

Der konservative Amtsinhaber Andrzej Duda sagte, er hoffe, dass sich die Lage nach Ostern beruhigen werde. Der 47-Jährige führt derzeit in allen Befragungen mit großem Abstand. In Polen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 1862 bestätigten Infektionen bislang 22 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben.

Deal zur Beschaffung von Beatmungsgeräten in den USA platzte vor Jahren

21.58 Uhr: Einem Bericht der New York Times  zufolge hat die US-Regierung bereits vor 13 Jahren ein umfangreiches Projekt geplant, um den landesweiten Mangel an Beatmungsgeräten zu beseitigen. Demnach gab es bereits ein Budget und einen Vertrag mit einem Hersteller. Dieser sei jedoch aufgekauft worden und so sei schließlich kein einziges der zur Versorgung von Covid-19-Patienten dringend benötigten Geräte hergestellt worden.

Durch den geplatzten Deal sei es zu einer Verzögerung "von mindestens einem halben Jahrzehnt" gekommen, so die Zeitung. Spätere Regierungsaufträge mit dem Ziel, den Mangel an Beatmungsgeräten zu verkleinern, seien ebenfalls nur schleppend angelaufen.

In den USA gibt es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen mehr als 132.000 bestätigte Corona-Infektionen. In keinem anderen Land der Welt gibt es demnach mehr Fälle. Allein in New York City sind bislang mehr als 670 Menschen an Covid-19 gestorben. US-Präsident Donald Trump hatte jedoch zunächst darauf verzichtet, drastischere Bewegungseinschränkungen in den Bundesstaaten New York, Connecticut und New Jersey einzuführen. (Lesen Sie hier mehr zur Lage in den USA.)

Moskau verhängt ab Montag Ausgangssperre

21.39 Uhr: Auch die russische Hauptstadt Moskau verschärft im Kampf gegen das Coronavirus die Maßnahmen. Ab Montag gilt in der Millionenmetropole eine Ausgangssperre: Einwohner dürfen ihre Wohnung nur noch unter ganz bestimmten Umständen verlassen. Das kündigte Bürgermeister Sergej Sobjanin an.

Ausgenommen ist demnach der Gang zur Arbeit, zum nächst gelegenen Supermarkt, zur Apotheke und zur Mülltonne. Bislang gab es nur eine Ausgangssperre für Menschen im Alter von über 65 Jahren, ab morgen beginnt in Russland zudem eine von Präsident Vladimir Putin angeordnete arbeitsfreie Woche.

Bislang sind in Russland neun Menschen an dem Virus gestorben. Bestätigt wurden 1534 Infektionen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa ist dabei mit mehr als tausend Fällen Moskau besonders stark betroffen.

Klinikum Wolfsburg stoppt Aufnahme neuer Patienten

20.45 Uhr: Aufgrund von Corona-Infektionsfällen unter den Mitarbeitern nimmt das Klinikum Wolfsburg keine neuen Patienten mehr auf. Diese sollen auf umliegende Krankenhäuser verteilt werden, teilte die Stadt Wolfsburg mit.

Im Klinikum sollen zudem die Vorsichtsmaßnahmen weiter verschärft werden. Das gesamte Personal arbeite "ab sofort im Vollschutz", hieß es von der Stadt: "Die Patienten werden so verteilt, dass nur noch ein Patient pro Zimmer liegt." Besuche seien ab sofort nicht mehr erlaubt, "auch nicht die bisherigen Ausnahmen".

Wolfsburg hat stark mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen - in einem Alters- und Pflegeheim sind bislang insgesamt 15 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben (Lesen Sie hier mehr über die Situation im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim.)

Mehr als 59.000 Infektionen in New York

20.24 Uhr: Im von Corona geplagten US-Bundesstaat New York hat sich die Zahl der Infektionen um 7195 auf 59.513 erhöht. Das teilt der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, mit. Die Zahl der Todesopfer stieg innerhalb von 24 Stunden um 237 auf 965. Die Präsidentschafts-Vorwahlen wurden wegen der Coronakrise bereits auf Juni verschoben.

Infizierte Italiener zur Behandlung in Deutschland gelandet

20.01 Uhr: Die Bundeswehr hat sechs Corona-Kranken aus dem norditalienischen Krisenort Bergamo nach Deutschland geflogen. Ein Medevac-Flugzeug mit den Patienten an Bord ist am Abend in Hamburg gelandet. Krankenwagen bringen jeweils zwei der Patienten von dort aus zur weiteren Behandlung in die Bundeswehr-Krankenhäuser in Hamburg und Westerstede bei Oldenburg, wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilt. Die übrigen beiden Kranken transportiert die fliegende Intensivstation weiter nach Köln. Von dort aus werden sie ins Bundeswehr-Krankenhaus in Koblenz gefahren. Am Wochenende hatte die Bundeswehr bereits sechs Patienten aus Bergamo und zwei aus Straßburg nach Deutschland gebracht. Sowohl in der Lombardei als auch im Elsass gibt es nicht mehr genügend Behandlungskapazitäten für Covid-19-Kranke.

Ein Patient wird auf dem Flughafen in Mülheim an der Ruhr aus einem Militär-Hubschrauber transportiert. Insgesamt sollen zwei Patienten aus dem französischen Metz in die Uni-Klinik Essen gebracht werden

Ein Patient wird auf dem Flughafen in Mülheim an der Ruhr aus einem Militär-Hubschrauber transportiert. Insgesamt sollen zwei Patienten aus dem französischen Metz in die Uni-Klinik Essen gebracht werden

Foto: Marcel Kusch/ dpa

Zunahme der Neuinfektionen in Italien verlangsamt sich

19.51 Uhr: In Italien hat die Lungenkrankheit Covid-19 offiziellen Angaben zufolge bislang insgesamt 10.779 Menschen getötet. Die zuständige Behörde meldete am Sontag 756 neue Todesfälle. Die Zahl der Infizierten stieg innerhalb von 24 Stunden auf 97.689 von 92.472. Das ist der geringste Anstieg von Neuinfektionen seit Mittwoch.

Leibniz-Institut fordert mehr Staatshilfen

19.23 Uhr: Wie lange kann Deutschlands Wirtschaft im Krisenmodus bestehen? Für den Präsidenten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, Reint Gropp, reicht das Hilfspaket der Regierung "nur für vielleicht zwei Monate". Bleibe die Volkswirtschaft länger weitestgehend stillgelegt, müssten weitere Maßnahmen beschlossen werden, um Firmen vor dem Aus zu bewahren. Gropp verglich die aktuellen Zustände gegenüber dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" mit einer Kriegswirtschaft und forderte ein rasches Ende des Shutdown. "Zumindest kurzfristig befinden wir uns in einer Art Kriegswirtschaft, in der der Staat bei der Koordinierung der Wirtschaft eine größere Rolle spielen muss als in normalen Zeiten", sagte Gropp.

Syrien meldet erstes Covid-19-Opfer

19.06 Uhr: In Syrien ist erstmals ein Mensch an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Eine Frau sei unmittelbar nach Einlieferung ins Krankenhaus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Ein Test habe ergeben, dass sie mit Sars-CoV-2 infiziert gewesen sei. Wo genau sie starb, teilte das Ministerium nicht mit.

Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, sind Reisen zwischen syrischen Provinzen seit Dienstag verboten. Die Verordnung gilt zunächst bis zum 16. April. Die Regierung um Machthaber Baschar al-Assad hatte zuletzt erklärt, dass es derzeit fünf Fälle in den von ihr beherrschten Gebieten gebe.

Experten fürchten, dass eine weitere Verbreitung des Virus das Land hart treffen könnte. Besonders für die Hunderttausenden Vertriebenen in dem Bürgerkriegsland wäre ein Ausbruch verheerend.

Zeitungsbericht: Italiens Geheimdienst warnt vor Aufständen

18.41 Uhr: Der italienische Geheimdienst warnt vor Aufständen wegen der Coronakrise. Das schreibt die italienische Zeitung "La Repubblica" (€) . In einer Lageeinschätzung sei die Rede von "Revolten und Aufständen, spontan oder organisiert, vor allem im Mezzogiorno". Der Süden Italiens ist zwar noch nicht so stark vom Coronavirus befallen wie der Norden, aber wirtschaftlich abgehängt und durchdrungen von Mafiastrukturen. "Zwei ganz wesentliche Risikofaktoren" für die Geheimdienstler. Eine brenzlige Situation habe es bereits am Donnerstag auf Sizilien gegeben. Dort hätten Unbekannte versucht, einen Lidl auszuräumen. Die Menschen hätten volle Einkaufswagen an die Kassen geschoben und gerufen: "Schluss damit, zu Hause zu bleiben, wir haben kein Geld und müssen essen." Die Aktion soll die Reaktion auf einen Facebook- Aufruf gewesen sein. Erst die Polizei konnte die Lage wieder beruhigen. Außerdem wurden aus der Region Überfälle auf Einkäufer und Apotheken gemeldet.

Das italienische Innenministerium äußerte sich laut "La Repubblica" besorgt über den Vorfall und stellte mehrere Supermärkte in Palermo unter Polizeischutz: "Das ist eine sehr delikate Situation, die wir mit extremer Aufmerksamkeit verfolgen und versuchen, gezielt durch Beiträge in den sozialen Netzwerken entgegenzusteuern. Es ist offensichtlich, dass bei einer derartigen Krise die Regionen des Mezzogiornos besonders gefährdet sind."

US-Experte: Bis zu 200.000 Covid-19-Tote

18.07 Uhr: Dem Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA zufolge könnten in den Vereinigten Staaten zwischen 100.000 bis 200.000 Menschen an dem Coronavirus sterben. Das sagte Anthony Fauci dem Sender CNN. Besonders betroffene Großstädte wie New York und New Orleans warnten, dass ihnen bald das medizinische Material ausgehen würde.

Im Keller versteckt: Illegale Party in Shisha-Bar

17.50 Uhr: Die Shisha-Bar im Stuttgarter Stadtteil Rot war geschlossen, die Scheiben verdunkelt. Doch Zeugen vermuteten eine illegale Party in dem Laden. Als die herbeigerufenen Polizisten gegen 23 Uhr an der Tür lauschten, hörten sie leise Musik und Poltern. Weil aber niemand öffnen wollte, musste schließlich die Feuerwehr die Türe aufbrechen. Im Inneren entdeckten die Beamten vier Personen. Ein mitgeführter Polizeihund ließ sich allerdings nicht täuschen. Sein Riecher zog ihn in den Keller und zu einer mit Gerümpel zugestellten Tür. Dahinter versteckte sich der Rest der Corona-Party: 22 Personen im Alter von 19 bis 35 Jahren. Der 27-jährige Betreiber der Shisha-Bar war allerdings nicht dabei. Er wurde von der Polizei herbeitelefoniert und muss nun um seine Konzession fürchten. Die 26 Partygäste wurden angezeigt. Sie alle haben gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen. Stuttgarts Oberbürgermeister verurteilte das Verhalten als "asozial und unanständig".

Adidas möchte gewisse Mieten doch zahlen

17.20 Uhr: Adidas zahlt zumindest privaten Vermietern seiner Filialen weiter die Miete. "Wir haben sie ausgenommen, sie werden ihre April-Miete wie gewohnt erhalten", sagte Konzernchef Kasper Rorsted der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die meisten eigenen Geschäfte würden aber von großen Immobilienvermarktern und Versicherungsfonds angemietet. Diese hätten für die Maßnahme, die Mietzahlungen vorläufig einzustellen, "überwiegend Verständnis gezeigt".

Rorsted reagierte damit auf die scharfe Kritik aus der Politik am Vorgehen des Sportartikelherstellers. Adidas hatte - wie Deichmann und H&M - angekündigt, wegen der Coronakrise vorerst im April keine Mieten für geschlossene Filialen zu bezahlen. Möglich macht dies das "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie ". Wie viel Miete Adidas damit spart, sagte der Konzern nicht.

Laut Rorsted kann Adidas derzeit nur in drei Ländern weltweit normal verkaufen. 60 Prozent des Umsatzes seien weggebrochen. Adidas werde daher Kurzarbeit beantragen für die Produktion, das Lager sowie Filialmitarbeiter. Wochenlange Einschränkungen würden zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen führen, "deutlich schlimmer als in der Finanzkrise 2008/09".

Scholz: Sonderzahlungen für Arbeitnehmer bis 1500 Euro steuerfrei

17 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will in der Coronakrise besonders beanspruchte Arbeitnehmer steuerlich begünstigen: "Viele Arbeitgeber haben bereits angekündigt, ihren Beschäftigten einen Bonus zahlen zu wollen. Als Bundesfinanzminister werde ich am Montag die Anweisung erlassen, dass ein solcher Bonus bis 1500 Euro komplett steuerfrei sein wird", sagte Scholz der "Bild am Sonntag".

Das Engagement der Menschen, die uns täglich unter erschwerten Bedingungen versorgten, "sollten wir honorieren", sagte der SPD-Politiker. Als Beispiele nannte er Pflegekräfte, Kassiererinnen und Kassierer im Supermarkt, Ärztepersonal und Menschen im Transportgewerbe. Zuvor hatte der Handelsverband Deutschland eine solche Steuerbefreiung gefordert. Unter anderem Aldi, Real und Lidl wollen ihre Belegschaft mit Boni belohnen. Aus steuerlichen Gründen sollte das in Form von Warengutscheinen geschehen.

Libyen verhängt Ausgangssperre

16.49 Uhr: Auch im Bürgerkriegsland Libyen gilt nun eine Ausgangssperre. Von 14 bis 7 Uhr morgens des folgenden Tages dürfen die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen. Das teilte die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch in Tripolis mit. Die Ausgangssperre war kürzer geplant, wurde dann aber verschärft, weil neue Infektionen aufgetaucht sind.

Die Gegenregierung im Osten des Landes, die General Chalifa Haftar unterstützt, hatte bereits eine komplette Ausgangssperre wegen des Coronavirus verhängt. Diese gilt seit Mittwoch bis zunächst kommenden Freitag. In diesen zehn Tagen dürfen die Menschen ihre Häuser gar nicht verlassen.

Libyen hatte am Dienstag den ersten Fall der Lungenkrankheit Covid-19 bekannt gegeben. Am Samstag wurden zwei weitere Infektionen in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland gemeldet. Dessen ungeachtet wird weiter um die Hauptstadt Tripolis gekämpft.

Krankenhaus in New York: "Wie zu Kriegszeiten"

Krankenhaus in New York: "Wie zu Kriegszeiten"

Foto: Michael Nagle/ dpa

In New York fehlt es an allem - nicht nur an Schutzkleidung und Beatmungsgeräten

16.07 Uhr: New York gilt als das Epizentrum der Coronakrise in den USA - und hat nur noch für eine Woche medizinische Vorräte. Nun schlägt der Bürgermeister Alarm. "Hier in New York fühlt es sich wortwörtlich an wie zu Kriegszeiten", sagte Bill de Blasio am Sonntag im Fernsehsender CNN. Er könnte den reibungslosen Betrieb der Krankenhäuser nur für eine Woche garantieren. Nicht nur Masken, Schutzkleidung und Beatmungsgeräte würden knapp, sondern auch medizinisches Material. Die Ärzte und Pfleger könnten im jetzigen Tempo nicht über Wochen weiterarbeiten und bräuchten Unterstützung. In New York sind alle "nicht lebenswichtigen" Einrichtungen und Firmen geschlossen. Die mehr als acht Millionen Einwohner sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben. In der größten US-Stadt starben bislang mehr als 700 Menschen an Covid-19. US-Präsident Trump hatte noch am Samstag darüber nachgedacht, New York und zwei weitere Bundesstaaten - Connecticut und New Jersey - abzuriegeln, verzichtet aber nun vorerst auf drastischere Bewegungseinschränkungen.

Mehr als 800 Tote in Spanien binnen 24 Stunden

15.52 Uhr: Spanien hat erneut einen traurigen Rekord verzeichnet. Binnen 24 Stunden sind in dem Land 838 neue Corona-Tode gezählt worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das ist die absolut höchste Tageszahl seit Ausbruch der Krise.

Insgesamt kletterte die Zahl der Todesopfer auf mehr als 6500. Die Zahl der Infizierten stieg ebenfalls an: Am Sonntag lag sie bei knapp 79.000 - gut 6500 mehr als am Vortag.

Es gibt aber gute Nachrichten: Die Anstiegsraten gehen weiterhin deutlich zurück. Bei den Todeszahlen betrug sie am Sonntag knapp 15 Prozent, nach gut 17 Prozent am Samstag. Bei den Infektionszahlen ging sie im Vergleich zum Vortag sogar um fast vier Prozentpunkte auf neun Prozent zurück.

Norwegen plant Zufallstests

15.45 Uhr: Mehr als 4000 Menschen haben sich in Norwegen bisher nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Um jedoch ein besseres Bild zu bekommen, wie hoch die Zahl der Infektionen im Land wirklich ist, will das Land nun Zufallstest durchführen.

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Schon bald will Norwegen auch Menschen ohne Symptome testen. Die norwegischen Gesundheitsbehörden bereiteten sich darauf vor, solche zufälligen Tests in die Wege zu leiten, berichtete der norwegische Rundfunksender NRK. Derzeit werde abgeklärt, wie dies durchgeführt und finanziert werden solle, sagte ein Vertreter des nationalen Gesundheitsinstituts dem Sender. Ziel solcher Zufallstests soll sein, die tatsächliche Ausbreitung des Coronavirus besser einschätzen zu können.

Vorbild soll dabei Island sein, das in Rekordzeit die an der Einwohnerzahl gemessen meisten Tests weltweit auf die Beine gestellt hatte. Bis Mitte der Woche sind auf der Nordatlantik-Insel nach Angaben der isländischen Regierung 12.000 der rund 360.000 Einwohner getestet worden, darunter Tausende, die symptomfrei gewesen sind. Ziel soll es letztlich sein, die gesamte Bevölkerung zu testen.

RKI meldet rund 4000 neue Infektionen an einem Tag

15.37 Uhr: Die Zahl der Corona-Fälle steigt in Deutschland weiter an: Binnen 24 Stunden wurden mindestens 4000 neue Infektionen registriert. Das geht aus den Daten hervor, die das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagvormittag veröffentlichte (Stand Sonntag 00.00 Uhr). Demnach zählte es bislang insgesamt 52.547 Fälle - 63 pro 100.000 Einwohner. Das waren 3965 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt seien bislang 389 Infizierte gestorben.

Die Zahlen lassen sich nicht einfach von Tag zu Tag vergleichen. So hat das RKI nach eigenen Angaben am Samstag von drei Bundesländern keine Zahlen übermittelt bekommen.

Papst fordert weltweite Waffenruhe wegen Coronakrise

15.32 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie hatte bereits Uno-Generalsekretär António Guterres eine weltweite Waffenruhe gefordert. Nun schließt sich der Papst diesem Aufruf an. Konfliktparteien weltweit sollten "alle Formen der Feindseligkeiten beilegen, die Schaffung humanitärer Hilfskorridore fördern, offen gegenüber diplomatischen Lösungen sein" und den am meisten durch Krisen gefährdeten Menschen Beachtung schenken, sagte Franziskus am in einer Botschaft an die Gläubigen.

Papst Franziskus auf dem leeren Petersplatz: In dieser Woche sprach er den Segen "Urbi et Orib" - dieser wird sonst nur an Ostern, Weihnachten und nach einer Papstwahl gespendet

Papst Franziskus auf dem leeren Petersplatz: In dieser Woche sprach er den Segen "Urbi et Orib" - dieser wird sonst nur an Ostern, Weihnachten und nach einer Papstwahl gespendet

Foto: Yara Nardi/ dpa

Franziskus schloss sich Guterres' Appell ausdrücklich an. Das Coronavirus kenne "keine Grenzen", betonte der Papst. Der "gemeinsame Einsatz gegen die Pandemie" zeige, dass die "Stärkung unserer Beziehungen als Mitglieder ein und derselben Menschheitsfamilie" nötig sei.

Millionen Atemschutzmasken in Saudi-Arabien beschlagnahmt

15.25 Uhr: In Saudi-Arabien haben die Behörden einem Medienbericht zufolge mehr als fünf Millionen illegal gehortete Atemschutzmasken beschlagnahmt. In Hail nordwestlich der Hauptstadt Riad stellte das Handelsministerium rund 1,2 Millionen Masken sicher, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Weitere rund vier Millionen Masken waren bereits am Mittwoch wegen Verstoßes gegen Handelsbestimmungen in der westlichen Stadt Dschedda beschlagnahmt worden.

Die Verantwortlichen würden strafrechtlich belangt und die Ausrüstung werde wieder dem freien Markt zur Verfügung gestellt, teilte das Ministerium mit. Wegen Panikkäufen sind auch in Saudi-Arabien Atemschutzmasken knapp geworden.

Polizei schützt Supermärkte auf Sizilien vor Plünderern

14.50 Uhr: Auf Sizilien haben bewaffnete Polizisten vor Supermärkten Stellung bezogen. Vor den Eingängen eines Geschäftes in Palermo standen am Samstagnachmittag vier Polizisten, wie ein AFP-Reporter berichtete. Medienberichten zufolge wachsen in Italien die Hoffnungslosigkeit sowie Geldnöte angesichts der Coronavirus-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Laut der Tageszeitung "La Repubblica" verließ am Donnerstag eine Gruppe von Einheimischen einen sizilianischen Supermarkt, ohne zu zahlen. "Wir haben kein Geld um zu bezahlen, wir müssen essen", rief demnach einer von ihnen den Kassierern zu. Der "Corriere della Sera" berichtete, in anderen sizilianischen Städten seien Inhaber kleiner Läden von Anwohnern unter Druck gesetzt worden, ihnen kostenlos Essen zu geben. Die Zeitung schrieb von einer tickenden "sozialen Zeitbombe" in der Region, in der rund fünf Millionen Menschen leben. Nach amtlichen Zahlen starben auf der Insel bisher 57 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19.

Ministerpräsident Giuseppe Conte ist sich der zunehmenden Angst und Belastung der Bevölkerung bewusst. In einer Pressekonferenz kündigte er am Samstagabend die Ausgabe von Lebensmittelgutscheine für Menschen in akuter Geldnot an. "Wir wissen, dass vielen leiden, aber der Staat ist da", sagte er. Die Regierung gab 400 Millionen Euro für die Kommunen frei, mit denen Menschen unterstützt werden sollen, "die kein Geld haben, um Essen zu kaufen". Niemand werde allein gelassen, versicherte Conte. Ziel der Regierung sei es, "Barmittel für Familien, Unternehmen und Arbeitnehmer sicherzustellen".

Mit mehr als 10.000 Todesfällen hat das neuartige Coronavirus Italien in die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt. Gleichzeitig bricht wegen der Ausgangssperre und der Schließung aller nicht lebenswichtigen Unternehmen und Fabriken die Wirtschaft immer stärker ein. Millionen Menschen haben dadurch kein Einkommen.

Luftwaffe fliegt Patienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland

14.19 Uhr: Sechs schwerkranke Covid-19-Patienten aus Frankreich werden nun in der Berliner Charité intensivmedizinisch behandelt. Sie seien am Samstag mit zwei Flugzeugen aus Straßburg nach Berlin geflogen worden, teilten Senatskanzlei und Charité mit. Kurz vor Mitternacht kam demnach der letzte Patient an. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Hilfsaktion am Samstagmorgen angekündigt. "Solidarität hört nicht an der Stadtgrenze auf", hatte er erklärt. Berlin will auch noch fünf Patienten aus Italien aufnehmen.

Die Bundeswehr hatte bereits am Samstag in der von der Coronavirus-Pandemie stark betroffenen Stadt Bergamo sechs Patienten abgeholt und nach Köln geflogen. Am Sonntag hat die Bundeswehr wieder ein Flugzeug nach Norditalien geschickt, um weitere Patienten abzuholen. Wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte, flog ein Airbus A310 MedEvac am Mittag von Köln nach Bergamo, um sechs Italiener zur Intensivbehandlung nach Deutschland zu bringen.

Airbus A310 MedEvac der Bundeswehr: So sieht die fliegende Intensivstation von innen aus

Airbus A310 MedEvac der Bundeswehr: So sieht die fliegende Intensivstation von innen aus

Foto: Kevin Schrief/ AP

Am Sonntag holte zudem ein Transportflugzeug A400M der Luftwaffe zwei Patienten aus Straßburg ab, die das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm versorgen wird.

Einschränkung der Postzustellung nicht ausgeschlossen

14.05 Uhr: Die Deutsche Post hat laut einem Zeitungsbericht einen Notfallplan erarbeitet, falls sich die Coronakrise weiter verschärft. Die "Notfall Planung Betrieb Covid-19" liste auf 20 Seiten auf, welche Zustellarbeit in Quarantänegebieten erfolgen könnten, meldet die "Welt am Sonntag". Demnach würden in "geschlossenen Gebieten" in extremen Situationen lediglich Einschreiben zugestellt. Weiter Post erhalten würden in einem solchen Fall auch sogenannte Postbevorrechtigte wie Regierungsstellen, die Justiz, die Bundeswehr und Gesundheitseinrichtungen.

"Der Umgang mit solchen Einschränkungen ist uns in besonderen lokalen Quarantänegebieten bereits vertraut", teilte die Deutsche Post mit. Bisher gebe es keine wesentlichen Einschränkungen der Brief- und Paketversorgung in Deutschland. "Wir tun alles, um sowohl unsere Mitarbeiter wie auch unsere Kunden so weit es geht zu schützen und die Postversorgung wie gewohnt aufrechtzuerhalten", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit und machte darüber hinaus keine weiteren Angaben.

Dem Zeitungsbericht zufolge sollen Briefe und Pakete nur noch an drei Tagen zugestellt werden, sobald der Krankenstand bei der Post 30 Prozent betrage. Ab einem Krankenstand von 80 Prozent sollen Zusteller nur noch einmal wöchentlich austragen. Dazu äußerte sich das Unternehmen nicht.

Viele Kommunen hatten keinen Notfallplan für eine Epidemie

Von mehr als 2300 befragten Rathäusern haben sich vor der Coronakrise lediglich 20 Prozent für den Fall einer Epidemie vorbereitet. Das geht aus einer nun veröffentlichten Forsa-Umfrage unter Städten und Gemeinden hervor. Lesen Sie hier die Meldung.

Coronavirus breitet sich rasant in Moskau aus

13.38 Uhr: Während sich das Coronavirus um Russland herum - in Asien und in den EU-Ländern - bereits seit Wochen ausbreitet, meldeten die russischen Behörden bisher verhältnismäßig wenig Infizierte und lange Zeit keine Toten. Doch nun haben sich auch in der russischen Hauptstadt mehr als tausend Menschen mit dem Coronavirus infiziert, teilte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntag mit. "Die Situation im Zusammenhang mit der Ausbreitung hat ein neues Ausmaß erreicht." Die meisten Corona-Fälle in Russland entfallen auf die Millionenmetropole Moskau.

In Moskau sei das Virus bislang bei sechs gestorbenen Menschen nachgewiesen worden, teilten die Behörden der Agentur Interfax zufolge mit. "Bitte passen Sie auf sich auf", appellierte Sobjanin. Unter den Infizierten seien auch 13 Kinder. Um die Ausbreitung einzudämmen, sind seit Samstag Einkaufszentren, Restaurants, Bars und größere Parks geschlossen. "Die meisten Moskauer hörten auch auf die Empfehlungen der Behörden und blieben zu Hause", meinte der Bürgermeister. In U-Bahnen, Bussen, Bahnen und Taxen hätten deutlich weniger Fahrgäste gesessen als sonst.

Dennoch seien viele Leute unterwegs gewesen, ohne einen ausreichenden Abstand zu halten. Andere hätten sich draußen mit Freunden getroffen, so Sobjanin. Auch etwa 20 Prozent der Moskauer im Alter von über 65 Jahren hätten entgegen der Auflagen ihre Wohnung verlassen. Sobjanin berief sich auf Handydaten. Er mahnte: "Meine Lieben, Sie sind in Gefahr."

Über die Entwicklungen in Russland berichtet SPIEGEL-Korrespondentin Christina Hebel in diesem Artikel.

Bundeswehr zieht Soldaten aus dem Irak teilweise ab

13.08 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie holt die Bundeswehr einen Teil der im Irak eingesetzten Soldaten zurück nach Deutschland. Es sei mit der Verlegung von deutschen Soldaten begonnen worden, die für den Grundbetrieb derzeit nicht zwingend erforderlich seien, teilte das Einsatzführungskommando am Sonntag den Obleuten im Verteidigungsausschuss des Bundestages mit. Die ersten Soldaten seien am Sonntag in Deutschland gelandet.

Der Kommandeur der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte angewiesen, die Ausbildung in dem arabischen Land auszusetzen. "Im Zuge dieser Weisung wurde ebenfalls festgelegt, dass, wo immer möglich, nicht benötigtes Personal temporär das Einsatzland zu verlassen hat", hieß es in dem Schreiben an die Obleute, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Fußballklub AS Rom will erstes Heimspiel den "Corona-Helden" widmen

12.50 Uhr: Der italienische Fußballklub AS Rom will das erste Heimspiel vor Fans nach dem Ende der Coronakrise den Mitarbeitern im medizinischen Bereich widmen. Der Verein stellte dazu auf seiner Website ein umfangreiches Programm vor. Unter anderem sollen 5000 Eintrittskarten an Krankenhauspersonal und Ärzte verteilt werden. Ein Teil der sonstigen Ticketeinnahmen soll darüber hinaus in die Kampagne der Roma fließen, bei der Geld für medizinische Geräte in Italiens Hauptstadt gesammelt wird. Über eine halbe Million Euro kamen nach Angaben des Vereins bei der Spendenaktion bereits zusammen.

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Eingebettet ist die Aktion in das "Heroes"-Programm von AS Rom. Es gelte nun denen, die im Moment die tatsächlichen Helden seien. Zudem bekommen Dauerkarteninhaber, die 75 Jahre und älter sind, vom Verein eine spezielle Lieferung nach Hause. Das "Roma Hilfspaket" enthalte unter anderem wichtige Nahrungsmittel.

Italien ist besonders schwer betroffen von den Auswirkungen des Virus Sars-CoV-2. Am Samstag ist die Schwelle von 10.000 Todesopfern überschritten worden. Die Zahl der Infizierten stieg laut dem Zivilschutz von 66.414 auf 70.065.

Grönlands Hauptstadt verbietet Alkoholverkauf - zum Schutz der Kinder

12.25 Uhr: Weil sie wegen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund der Coronakrise mehr Gewalt befürchtet, hat die Regierung in Grönland den Verkauf von Alkohol in der Hauptstadt Nuuk verboten. Die Entscheidung diene vor allem dem Schutz von Kindern, erklärte Regierungschef Kim Kielsen am Samstagabend. In Grönland ist sexueller Missbrauch von Kindern weitverbreitet. Statistiken zufolge wird fast jedes dritte Kind Opfer von sexueller Gewalt.

Seit knapp einer Woche sind in Grönland die Schulen geschlossen, Versammlungen mit mehr als zehn Menschen wurden verboten. Die "besondere Situation" erfordere Präventionsmaßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, erklärte Kielsen mit Blick auf die Eindämmungsmaßnahmen gegen das Coronavirus. Grönland hat bisher zehn Infektionsfälle gemeldet. Zwei der Betroffenen haben sich demnach bereits wieder erholt.

Kielsens Regierung hat versprochen, stärker gegen Kindesmissbrauch vorzugehen. Bis 2022 solle es keine Fälle von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen mehr geben. "Leider haben wir in den vergangenen Wochen in Nuuk mehr häusliche Gewalt verzeichnet", sagte Gesundheitsministerin Martha Abelsen vor Journalisten. Der exzessive Alkoholkonsum mancher Eltern könne für Kinder ein Sicherheitsrisiko sein, fügte sie an. Das Verkaufsverbot trat mit sofortiger Wirkung am Samstag in Kraft. Es soll bis mindestens 15. April gelten.

A380-Flotte der Lufthansa vor der Stilllegung

12.10 Uhr: 459 Passagiere und 24 Crew-Mitglieder waren an Bord: Der vorerst letzte Lufthansa-Linienflug mit dem Großraumflugzeug A380 ist gelandet. Die aus Bangkok gestartete Maschine setzte am Sonntag nach einem gut elfstündigen Flug um 6.14 Uhr am Frankfurter Flughafen auf, wie ein Lufthansa-Sprecher bestätigte. Es handelt sich mit 25.200 Flugstunden zwar um ein eigentlich noch sehr junges Flugzeug. Trotzdem ist unklar, ob es je wieder Passagiere in den Urlaub bringen wird. Hier geht es zu der Meldung.

Hamburger Spediteure befürchten Containerstau

10.02 Uhr: Die Hamburger Spediteure können einen Teil der Container aus dem Hamburger Hafen nicht mehr ausliefern, weil die Empfänger ihren Betrieb vorübergehend geschlossen haben und Ware nicht mehr annehmen. "Wir können das im Moment noch abpuffern, aber es wird zunehmend schwierig", sagte Stefan Saß, Geschäftsführer des Vereins Hamburger Spediteure, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Zum Teil stauten sich bereits Container auf den Terminals, nachdem viele Schiffe wegen der Winterstürme mit Verspätung in den Hamburger Hafen eingelaufen waren. Die Spediteure hätten dank des Seehafens somit noch gut zu tun.

Ein Containerschiff erreicht am 26. März den Hamburger Hafen

Ein Containerschiff erreicht am 26. März den Hamburger Hafen

Foto: MORRIS MAC MATZEN/ AFP

In den kommenden Wochen sei allerdings mit einem abflauenden Geschäft zu rechnen, weil weniger Container aus China den Hamburger Hafen erreichen werden. Die Kapazitäten des Speditionsgewerbes sind laut Saß ausreichend, um die Logistik rund um den Hafen aufrechtzuerhalten.

Wowereits Lebensgefährte Jörn Kubicki ist tot

9.01 Uhr: Der Lebensgefährte des früheren Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD), Jörn Kubicki, ist tot. Das bestätigten am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter die SPD Berlin-Schöneberg sowie die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die sich für die gleichberechtigte Akzeptanz von Homosexuellen einsetzt. Die Stiftung sprach Wowereit und der Familie Kubickis ihr tiefes Mitgefühl aus.

Offizielle Angaben zur Todesursache gab es zunächst nicht. Laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" starb Kubicki, der seit Jahren an einer Lungenkrankheit litt, in der vergangenen Woche an Herzversagen nach einer Corona-Infektion.

Bundesregierung will Schutzmasken im Schnellverfahren kaufen

8.45 Uhr: Die Kritik an der Versorgungslage war in den vergangenen Tagen immer lauter geworden: Zahlreiche Krankenhäuser warnten vor der Gefahr, wegen fehlender Ausrüstung selbst vorhandene Intensivbetten bald nicht mehr nutzen zu können. Klagen wegen des Mangels an Schutzkleidung kamen auch von niedergelassenen Ärzten und Pflegediensten.

Angesichts des akuten Engpasses bei Schutzmasken und -kitteln setzt die Bundesregierung in der Coronavirus-Krise auf eine beschleunigte Beschaffung des Materials. Das Gesundheitsministerium habe ein sogenanntes Open-House-Verfahren gestartet, berichtete die "Welt am Sonntag". Da bei dieser Vorgehensweise keine Verhandlungen stattfinden, können Geschäfte schneller abgewickelt werden. Unternehmen, die auf das Angebot eingehen, müssen dem Bericht zufolge mindestens 25.000 Stück eines der beiden Produkte liefern, einen Mindeststandard garantieren und die Lieferung verantworten.

"Wir wollen Ärzte, Pflegekräfte und alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, bestmöglich schützen", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laut dem Zeitungsbericht. "Deswegen beschaffen wir als Bund medizinische Schutzausrüstung aus aller Welt und beliefern damit alle Bundesländer und Kassenärztliche Vereinigungen." Das Ministerium biete "faire, feste Preise für alle, die uns aus dem In- und Ausland mit Schutzmasken und Schutzkitteln beliefern".

In den Niederlanden wurden unterdessen Zehntausende aus China importierte Atemschutzmasken zurückgerufen. Die Masken entsprächen nicht den geforderten Qualitätsstandards, teilte das niederländische Gesundheitsministerium mit. Ein Teil der Lieferung sei an Krankenhäuser verteilt worden. Wegen der festgestellten Mängel sollen sie aber nicht zum Einsatz kommen. Die Auslieferung der restlichen Masken wurde gestoppt. Nach Informationen des TV-Senders NOS haben sie eine schlechte Passform und mangelhafte Filter. Die Lieferung aus China umfasst demnach 1,3 Millionen Schutzmasken der Kategorie FFP2.

"Es wird runtergehen, aber wir wissen nicht, wie weit"

Wie hart wird die Coronakrise die deutsche Wirtschaft treffen? Volkswirte führender deutscher Finanzorganisationen sagen einen herben Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund fünf Prozent voraus - ähnlich dem nach der Finanzkrise 2009. Hier lesen Sie die Einschätzungen der Experten.

Medien berichten über neuen Termin für Olympische Sommerspiele

8.32 Uhr: Die für dieses Jahr abgesagten Olympischen Sommerspiele in Tokio sollen nach Berichten aus Japan und den USA voraussichtlich am 23. Juli 2021 eröffnet werden. Die Schlussfeier soll demnach am 8. August steigen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Organisatoren in Tokio hätten sich auf diesen Termin geeinigt, schrieb die "New York Times". Offiziell bestätigt ist das nicht. Die wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagten Spiele waren ursprünglich für den 24. Juli bis 9. August 2020 vorgesehen. Doch nach langem Zögern wurde das Großereignis dann doch abgesagt.

Das IOC hatte am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz mit den 33 internationalen Sportverbänden unter anderem über einen neuen Termin für die Olympischen Spiele in Tokio beraten. Auch die neu gegründete Task Force hatte am Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen. Die Arbeitsgruppe mit dem offiziellen Namen "Tokio 2020 Neustart Task Force" ist rund 30 Mitglieder groß und wird von Mori geführt. Einige Sportverbände hatten vorgeschlagen, Olympia im Frühling abzuhalten, um der Sommerhitze aus dem Weg zu gehen.

Der japanische Fernsehsender NHK berief sich auf Informationen aus dem Organisationskomitee, wonach der Sommer-Termin als Option bevorzugt werde. Die Paralympics würden demnach vom 24. August bis zum 5. September stattfinden. Eine offizielle Bestätigung gab es dazu allerdings nicht. Das Organisationskomitee von Tokio hofft, so berichtet NHK, nach Rücksprache mit dem IOC und der Metropol-Regierung bis Ende der Woche eine Entscheidung treffen zu können.

RKI-Chef Wieler warnt vor dramatischen Zuständen in deutschen Kliniken

8.16 Uhr: Nach Einschätzung des Chefs des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, droht in der Coronakrise auch das deutsche Gesundheitssystem an seine Grenzen zu geraten. "Wir müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar", sagte Wieler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" . Mit Blick auf die vergleichsweise niedrige Sterberate in Deutschland warnte der Seuchenexperte vor Illusionen: Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass in Deutschland viel getestet werde.

Zustände wie in Italien seien auch in Deutschland möglich, warnte Wieler. "Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben."

Dass die Coronavirus-Pandemie in Deutschland im internationalen Vergleich relativ glimpflich verlaufe, liege auch an den von der Virusinfektion betroffenen Patienten, betonte der RKI-Chef. "Zunächst waren in Deutschland vornehmlich Menschen betroffen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, denn viele Übertragungsketten standen in Verbindung zum Beispiel mit Skiurlauben. Wenn mehr Übertragungen in Altenheimen oder Krankenhäusern stattfinden, steht zu befürchten, dass der Anteil steigt."

Eine rasche Rückkehr zur Normalität hält Wieler für den falschen Weg aus der Krise. "Aus medizinischer Sicht möchte ich, dass wir alle die räumliche Distanzierung möglichst lange durchhalten", sagte er. Deutschland stehe "immer noch am Anfang der Welle". Die Menschen müssten die Pandemie "sehr ernst nehmen", mahnte der RKI-Chef.

Beatmungsgeräte: Mangelware

7.50 Uhr: In New York berichten Ärzte, dass sie teils zwei Patienten abwechselnd an dasselbe Beatmungsgerät anschließen müssten. Spanien und Italien lassen Covid-19-Patienten per Flugzeug in deutsche Kliniken bringen, weil die wichtigen Apparate fehlen. Um den Mangel an Beatmungsgeräten zu lindern, wollen nun auch branchenfremde Firmen versuchen, einen Teil des globalen Nachfragebooms zu bedienen. Autobauer wie Tesla und Daimler wollen in der Produktion von Beatmungsgeräten ebenso mitmischen wie Luftfahrtkonzerne oder der Staubsaugerhersteller Dyson . Aber können solche Unternehmen das wirklich so gut wie Firmen, die seit Langem im Bereich der professionellen Medizintechnik tätig sind? SPIEGEL-Redakteur Stefan Schultz beschreibt hier, welche Probleme das mit sich bringt.

Ostern: Katholische Kirche plant Gottesdienste mit Live-Schalte

7.00 Uhr: Die katholische Kirche will dem derzeitigen Gottesdienstverbot mit Kreativität begegnen. Alternativangebote reichten von Gottesdienstübertragungen bis zu Ideen für Gebetszeiten in der Familie, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. "Wir üben uns jetzt in neuen Formen der Kommunikation." Seelsorger skypten und mailten und beteiligten sich an Helferdiensten. Die Welle der Solidarität in der Gesellschaft sei "wunderbar", sagte der 58-jährige Bischof von Limburg.

Erstmals in ihrer Geschichte müssen sich die Kirchen auf ein Osterfest ohne Gottesdienste einstellen. Dennoch versprach Bätzing: "Ostern findet statt!" Man werde es zwar nicht in gewohnter Weise feiern können, "wir werden aber auch über die modernen Medien viele Gottesdienste anbieten können. Ich bin ganz zuversichtlich, der Funke der Freude wird auch so überspringen". Zumindest spürten jetzt viele Christen, dass ihnen der Gottesdienst doch fehle. "Was bislang selbstverständlich und in diesem Sinne auch irgendwie 'gewöhnlich' war, wird jetzt sehr kostbar."

Die Solidarität in der Coronakrise müsse sich die Gesellschaft unbedingt über die Epidemie hinaus bewahren, sagt Bätzing. "Im Moment erleben wir einen historischen Augenblick, der ganz sicher die Zukunft verändert." Die Kirche erfahre in der aktuellen Situation, dass ihre geistlichen Angebote zur Orientierung sehr nachgefragt würden. "Wir werden gebraucht", sagte Bätzing. "Deshalb werden wir uns auch ganz sicher nicht aus dem öffentlichen Raum zurückziehen."

Bätzing war Anfang dieses Monats an die Spitze der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Er ist in dieser Funktion Nachfolger des Münchner Kardinals Reinhard Marx.

Boris Johnson stimmt Briten auf schwere Zeiten ein

6:52 Uhr: Der an Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson hat seine Landsleute in einem Brief auf schwere Zeiten eingestimmt. "Es ist wichtig für mich, offen und ehrlich mit Ihnen zu reden - wir wissen, dass die Lage sich verschlechtert, bevor sie besser wird", heißt es in dem Schreiben, das Downing Street am Samstag in London veröffentlichte und das in der kommenden Woche an 30 Millionen Haushalte geschickt werden soll. Die Regierung treffe die richtigen Vorbereitungen und je stärker diese Regeln befolgt würden, desto weniger Leben würden verloren und desto eher könne man in ein normales Leben zurückkehren.

Was Johnson außerdem in dem Brief sagt, lesen Sie hier:

Am Montag hatte der Premierminister nach langem Zögern eine Ausgangssperre verhängt. Noch Anfang März hatte er geprahlt, er habe Menschen in einem Krankenhaus, darunter Covid-19-Patienten, die Hände geschüttelt. Das werde er auch weiterhin tun, sagte er damals.

Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 stieg am Sonntag in Großbritannien auf über 1020, die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei rund 17.300. Neben Johnson haben sich auch Gesundheitsminister Matt Hancock und Thronfolger Prinz Charles mit Sars-CoV-2 infiziert.

Ehefrau von Kanadas Premier Trudeau genesen

5.37 Uhr: Sophie Grégoire Trudeau hat die Lungenkrankheit Covid-19 überwunden. "Ich fühle mich so viel besser und habe die Entwarnung von meinem Arzt und dem Gesundheitsamt von Ottawa erhalten", schrieb die Frau des kanadischen Premierministers Justin Trudeau auf Facebook. Sie drängte ihre Landsleute, zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern. Anstelle sich persönlich zu treffen solle man die sozialen Netzwerke nutzen. "Ich glaube fest daran, dass Wissenschaft UND Mitgefühl uns durch diese Krise bringen werden." Das bedeute aber, dass man die Vorschriften befolgen und vorerst zu Hause bleiben müsse. "Das sind herausfordernde Zeiten. Ich weiß, es ist nicht einfach, allein zu sein - wir alle sind soziale Wesen - mich eingeschlossen!"

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Sie hatte vor gut zwei Wochen mitgeteilt, nach einer Reise nach London positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden zu sein. Sie hatte angekündigt, in Isolation zu bleiben. Sie fühle sich aber gut und habe nur leichte Symptome. Justin Trudeau hatte daraufhin angekündigt, er werde sich auch isolieren und von zu Hause aus arbeiten, obwohl er keine Symptome habe. In Kanada wurden mittlerweile knapp 5500 Infektionen registriert, mehr als 60 Menschen starben an der Krankheit, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht.

Trump verzichtet auf Quarantäne für New York

4.57 Uhr: Trotz der sich zuspitzenden Coronavirus-Krise in den USA verzichtet Präsident Donald Trump vorerst auf eine weitreichende Abriegelung von Hotspots wie New York. "Eine Quarantäne wird nicht notwendig sein", schrieb Trump am Samstag (Ortszeit) auf Twitter und bezog sich damit auf zuvor geäußerte Überlegungen, besonders betroffene Landesteile unter Quarantäne zu stellen.

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Unterdessen überschritt die Zahl der Coronavirus-Toten in den USA die Marke von 2000, wie aus einer Aufstellung der renommierten Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. Am frühen Sonntagmorgen lag die Zahl der nachgewiesenen Infektionen bei mehr als 120.000 und damit höher als in jedem anderen Land der Welt.

Am Samstagmittag hatte Trump im Garten des Weißen Hauses noch gesagt, dass über eine "Quarantäne" für die Bundesstaaten New York und New Jersey und Teile von Connecticut nachgedacht werde, die zwei Wochen dauern könnte. Am Ende des Tages verkündete Trump dann, in Abstimmung mit seiner Coronavirus-Arbeitsgruppe und den Gouverneuren der betroffenen Staaten entschieden zu haben. Statt von vielen befürchtete drastische Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zu verhängen, stellte er einen Reisehinweis der Gesundheitsbehörde CDC in Aussicht.

Menschen in New York, New Jersey und Connecticut werden dazu angehalten, in den kommenden 14 Tagen auf nicht notwendige inländische Reisen zu verzichten. Dies gelte nicht für Beschäftigte beispielsweise im Gesundheitswesen, bei Finanzdienstleistungsunternehmen oder in der Lebensmittelindustrie. Eine generelle Warnung für inländische Reisen sprach die Behörde CDC nicht aus. 

Teuteberg kritisiert Kanzleramtschef für seine Krisenkommunikation

4.02 Uhr: FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg hat in der Coronakrise den Kommunikationsstil von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) kritisiert. Braun hatte in einem Interview deutlich gemacht, dass es vor dem 20. April keine Lockerungen der im Kampf gegen das Virus verhängten Einschränkungen geben solle. "Es wäre besser, so etwas nicht über ein Zeitungsinterview zu verkünden, sondern amtlich für alle", sagte Teuteberg der Deutschen Presse-Agentur. "Für die Menschen ist die Coronakrise immer noch eine nie gekannte Ausnahme und das muss sich auch in der Kommunikation widerspiegeln."

Solche Beschlüsse seien "aus guten Gründen" zuletzt von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten getroffen worden, sagte Teuteberg. "Der Ausnahmecharakter solch einschneidender Regelungen sollte auch bei ihrer Verlängerung deutlich werden, um ihre so wichtige Akzeptanz nicht aufs Spiel zu setzen." Braun hatte dem "Tagesspiegel" gesagt: "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen."

Laschet fordert Überlegungen zu einer Exit-Strategie bei Einschränkungen

3.24 Uhr: In der Diskussion über die Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen das Coronavirus fordert Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet schon zum jetzigen Zeitpunkt Überlegungen für einen Ausstieg aus den Maßnahmen. "Der Satz, es sei zu früh, über eine Exit-Strategie nachzudenken, ist falsch", schreibt der CDU-Vizechef in einem Gastkommentar für die "Welt am Sonntag". Klar sei zwar, dass keine Zeit der Entwarnung sei. "Das konsequente Einhalten der derzeitigen Maßnahmen ermöglicht erst die Rückkehr zur gewohnten Freiheit." Es sei aber wichtig, schon jetzt die Strategien für die Zeit nach der Krise zu entwickeln. Kanzlerin Angela Merkel hatte die Diskussion über gelockerte Kontaktverbote als verfrüht kritisiert und um Geduld gebeten. 

Sigmar Gabriel wirft EU Versagen in Coronakrise vor

1.59 Uhr: Ex-Außenminister Sigmar Gabriel hat der Europäischen Union Versagen bei der Bewältigung der Coronakrise vorgeworfen. "Offensichtlich haben wir eine Schönwetter-EU, denn in der größten Bewährungsprobe seit ihrer Gründung versagt sie bisher vollständig", sagte der Ex-SPD-Chef im ZDF-Politmagazin "Berlin direkt". "Das Schlimmste war sicher am Anfang, dass selbst wir Deutschen nicht bereit waren, dorthin, wo die Menschen schon reihenweise umfielen und starben, nämlich nach Norditalien, Hilfsmittel zu liefern."

Gabriel stellte die Frage, ob es so dramatisch gewesen wäre, wenn Deutschland statt 156 Milliarden Euro an neuen Schulden 166 Milliarden aufgenommen hätte - und dann 10 Milliarden den Italienern und Spaniern als Ersthilfe zur Verfügung gestellt hätte. "Die beiden Länder hätten es uns vermutlich hundert Jahre gedankt, wenn wir das gemacht hätten. So werden sie sich daran erinnern, dass nicht ihre Nachbarvölker ihnen helfen - sondern die Chinesen." Jetzt sei es so, dass Deutschland den Eindruck vermittele, genauso zu handeln wie Amerika - "und zwar nicht nur wir in Deutschland, sondern jedes europäische Land, nämlich: My nation first! Wir denken an uns, nicht an den Nachbarn".

Scholz gegen Lockerung von Maßnahmen aus wirtschaftlichen Gründen

00.30 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz lehnt eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aus wirtschaftlichen Gründen ab. "Ich wende mich gegen jede dieser zynischen Erwägungen, dass man den Tod von Menschen in Kauf nehmen muss, damit die Wirtschaft läuft", sagt Scholz der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. "Solche Abwägungen halte ich für unerträglich." Ein Abbau der Maßnahmen dürfe nur nach medizinischen, niemals nach ökonomischen Kriterien erfolgen. "Ich rate allen dringend davon ab, eine Lockerung an wirtschaftliche Fragen zu knüpfen."

fek/löw/oka/jus/asc/AFP/dpa/Reuters
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