Trumps Stabschef redet Klartext "Wir werden die Pandemie nicht kontrollieren"

Acht Millionen Infizierte, 225.000 Tote: Das Coronavirus hat die USA hart getroffen. Trumps Stabschef Mark Meadows hält die Pandemie für nicht mehr kontrollierbar - und setzt auf Impfstoffe.
Mark Meadows, Stabschef von Donald Trump

Mark Meadows, Stabschef von Donald Trump

Foto: Yuri Gripas / imago images/UPI Photo

Während der US-Wahlkampf auf die Zielgerade geht, steigt im Land die Zahl der Corona-Infektionen steil an. Trumps Stabschef Mark Meadows sprach nun im Nachrichtensender CNN Klartext: "Wir werden die Pandemie nicht kontrollieren. Aber wir werden die Kontrolle darüber haben, dass wir Impstoffe bekommen und Medikamente."

Experten der Regierung rechnen allerdings damit, dass erst im kommenden Frühjahr genug Impfstoffdosen für alle Amerikaner zur Verfügung stehen könnten.

Auf die direkte Nachfrage, warum die USA es denn nun nicht schafften, die Pandemie in den Griff zu bekommen, sagte Meadows: "Weil das ein ansteckendes Virus ist wie auch bei der Grippe." Die US-Regierung unternehme viel, um das Virus einzudämmen. Die Möglichkeiten dazu verbesserten sich von Tag zu Tag.

Schnelle Heilung bei Trumps Sohn

Auch bei Trumps Wahlkampfauftritten am Wochenende war die Pandemie Thema. Der Präsident verharmloste mal wieder die Corona-Gefahr - sogar noch wortreicher als bisher. "Ich hatte es, hier bin ich", verkündete Trump in Anspielung auf seine Covid-19-Erkrankung bei einem der Auftritte. "Und jetzt sagen sie, dass ich immun bin."

Trump war unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Medikament behandelt worden, das er als "Heilmittel" bezeichnete. Bei jedem der Auftritte erzählte er zudem, dass sein 14-jähriger Sohn Barron schon kurz nach dem positiven Test von den Ärzten wieder für gesund erklärt worden sei. Trump gab bei den drei Reden drei Varianten zum Besten, wie schnell das ging: nach 15 Sekunden, nach 15 Minuten und am nächsten Tag.

"Covid, Covid, Covid, Covid, Covid"

Den Anstieg der Corona-Infektionen im Land führte Trump darauf zurück, dass mehr als früher getestet werde. "Wenn wir halb so viel testen würden, wäre die Zahl halb so hoch." Überhaupt werde in den Medien ständig über das Virus geredet. "Macht man den Fernseher an: 'Covid, Covid, Covid, Covid, Covid'", beschwerte sich der Präsident. "Ein Flugzeug stürzt ab, 500 Leute sind tot, sie reden nicht darüber. 'Covid, Covid, Covid, Covid.'"

Die Medien wollten den Leuten nur vor der Wahl Angst machen, behauptete Trump. Bei seinen Auftritten standen Tausende Anhänger dicht gedrängt, viele trugen keine Masken.

Pro Tag stecken sich aktuell rund 84.000 Amerikaner an. Rund 900 Menschen sterben täglich. Die Unzufriedenheit der Amerikaner mit Trumps Krisenmanagement in der Pandemie könnte zum entscheidenden Faktor für die Präsidentschaftswahl am 3. November werden.

hda/dpa/Reuters
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