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Medienbericht Tschetschenenchef Kadyrow soll Minderjährige in Harem gehalten haben

Tschetschenenführer Kadyrow soll sich über Jahre minderjährige Mädchen für Sex organisiert haben. Auch Haushaltsmittel soll Putins »Bluthund« laut russischen Investigativrecherchen veruntreut haben.
Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow (M.): »Kadyrow bevorzugt jungfräuliche Mädchen, Schülerinnen oder Studentinnen«

Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow (M.): »Kadyrow bevorzugt jungfräuliche Mädchen, Schülerinnen oder Studentinnen«

Foto: Yelena Afonina / imago images/ITAR-TASS

Ramsan Kadyrow führt seit 2007 Tschetschenien mit Gewalt und genießt dabei das Vertrauen von Kremlchef Wladimir Putin. Investigativrecherchen des gemeinnützigen russischen Onlineportals »Projekt« werfen dem Machthaber nun vor, über Jahre einen Harem mit minderjährigen Mädchen aufgebaut zu haben. Auch staatliche Gelder soll Kadyrow in großem Stil veruntreut haben.

Laut »Projekt« soll Kadyrow Dutzende Minderjährige in seinen Machtbereich geholt haben. Mädchen, die ihm gefällig gewesen seien, habe er mit Immobilien oder offiziellen Posten belohnt. Andere bestrafte er demnach mit Gewalt, mindestens eine Frau soll von einem Killer auf offener Straße erschossen worden sein. In zwei Fällen sollen Minderjährige Kadyrow Kinder geboren haben, ein Mädchen war demnach 15 Jahre alt, ein anderes 16 Jahre.

»Kontakte zu vielen jungen tschetschenischen Mädchen«

Ramsan Kadyrow hat insgesamt 14 Kinder. Er selbst behauptet, dass seine offizielle Ehefrau Medni Kadyrowa, 42, ihm alle geboren habe. Laut »Projekt« haben hingegen mindestens sechs Kinder eine andere biologische Mutter. Sex mit den Mädchen habe Kadyrow über das Muta-System gerechtfertigt. Die Muta ist eine Praxis im Islam, die als Zeitehe oder Genussehe verstanden wird und eine kurze, sexuelle Verbindung religiös rechtfertigt. Die meisten islamischen Gruppierungen lehnen die Zeitehe ab.

»Projekt« beruft sich auf Dokumente und Personen aus Kadyrows Umfeld. »Kadyrow bevorzugt jungfräuliche Mädchen, Schülerinnen oder Studentinnen im ersten Jahr«, erzählt eine Person aus dem Umkreis des Machthabers. »Er hat einen Assistenten, der Kontakte zu vielen jungen tschetschenischen Mädchen unterhält. Dutzende, vielleicht Hunderte.«

Auch über die Veruntreuung von tschetschenischen Haushaltsmitteln hat »Projekt« berichtet. Demnach sollen allein im Jahr 2023 Hunderte Millionen Euro zugunsten der Familie Kadyrow veruntreut worden sein. Das Geld wurde über drei tschetschenische Firmen – Benofon, Orbita und Izumrud – abgezweigt. Alle hätten denselben Eigentümer, aber praktisch keine Angestellten und keine Subunternehmer.

Der 47-jährige Ramsan Kadyrow ist seit 2007 in Tschetschenien an der Macht, er gilt als »Putins Bluthund«. Bürgerrechtler werfen ihm seit Jahren ein »totalitäres Regime« und schwere Menschenrechtsverletzungen vor, darunter Entführung, Folter und Mord. Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen über den Gesundheitszustand des tschetschenischen Machthabers.

mrc