Diplomatische Eiszeit beendet Türkei ernennt nach vier Jahren wieder Botschafter für Israel

Zwischen der Türkei und Israel war es 2010 zum Zerwürfnis gekommen. Nun sind beide Seiten um eine Normalisierung des Verhältnisses bemüht. Istanbul schickt nun auch wieder einen Botschafter nach Tel Aviv.
Neuer Botschafter in Israel: Sakir Özkan Torunlar (l.)

Neuer Botschafter in Israel: Sakir Özkan Torunlar (l.)

Foto: Raajessh Kashyap / Hindustan Times / IMAGO

Im Zuge der Wiederannäherung mit Israel hat nun auch die Türkei einen Botschafter für ihre Auslandsvertretung ernannt. Sakir Özkan Torunlar werde als erster türkischer Botschafter seit vier Jahren das Land in Tel Aviv vertreten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Nach der Ankündigung, die diplomatischen Beziehungen vollständig wieder aufnehmen zu wollen, hatte Israel bereits im September Irit Lillian zur neuen Botschafterin in der Türkei ernannt.

Zwischen den einst engen Bündnispartnern Türkei und Israel war es 2010 zum Zerwürfnis gekommen. Auslöser war die Erstürmung eines Gaza-Solidaritätsschiffs durch die israelische Marine – zehn türkische Staatsbürger waren dabei getötet worden. 2016 kam es zu einer ersten Wiederannäherung.

Seit der Gaza-Krise 2018 aber, die rund um die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem eskaliert war, hatten die beiden Länder keine Botschafter mehr im jeweils anderen Land. Der nun ernannte Torunlar war laut Website des türkischen Konsulats in Ost-Jerusalem von 2010 bis 2014 bereits Generalkonsul.

Mehr Diplomatie auch im arabischen Raum

Im Rahmen des sogenannten Abraham-Abkommens hatte Israel sich in den vergangenen Jahren bemüht, diplomatische Beziehungen zu mehreren arabischen Staaten aufzunehmen. Erst 2020 hatte das Land gemeinsam mit Bahrain ein Kommuniqué zur formellen Aufnahme »uneingeschränkter diplomatischer Beziehungen« unterzeichnet. Gleiches gilt für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Marokko. Zuvor war Israel im arabischen Raum weitgehend isoliert, lediglich zu Ägypten und Jordanien hatte Tel Aviv diplomatische Kontakte gehalten.

Auch mit Saudi-Arabien strebt Israel die Aufnahme diplomatischer Beziehungen an. »Die Saudis müssen sich der Familie der Abraham-Abkommen anschließen. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, in Zukunft zu einem offenen Treffen nach Saudi-Arabien zu kommen«, hatte Staatspräsident Jitzchak Herzog der Zeitung »Israel Hajom« noch im Mai gesagt.

bam/dpa
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