Artikel über Erdoğan-Regierung Türkisches Gericht verurteilt Journalist zu 17 Jahren Haft

Durch die Aufdeckung angeblicher Putschpläne des Militärs wurde Mehmet Baransu bekannt. Nun wurde der türkische Journalist zu einer langen Haftstrafe verurteilt – wegen eines anderen Berichts.
Demonstrant am Berliner Hauptbahnhof anlässlich eines Besuchs des türkischen Staatschefs Erdoğan: »Mir wurde die Stimme geraubt«

Demonstrant am Berliner Hauptbahnhof anlässlich eines Besuchs des türkischen Staatschefs Erdoğan: »Mir wurde die Stimme geraubt«

Foto: CHRISTIAN MANG/ REUTERS

In der Türkei ist ein bekannter Journalist zu langer Haft verurteilt worden. Ein türkisches Gericht verhängte am Montag eine Gefängnisstrafe von 17 Jahren und einem Monat gegen Mehmet Baransu, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Baransu habe unter anderem die Staatssicherheit betreffende geheime Dokumente veröffentlicht, schrieb Anadolu unter Berufung auf das Gericht. Der Journalist der mittlerweile eingestellten Zeitung »Taraf« sei in insgesamt vier Anklagepunkten schuldig gesprochen worden.

Baransu war im Jahr 2010 durch die Aufdeckung angeblicher Putschpläne des Militärs bekannt geworden. Das Urteil bezieht sich auf einen Artikel Baransus aus dem Jahr 2013. In dem behauptet der Journalist, die Regierung unter dem damaligen Premier und heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan habe 2004 die Bewegung des religiösen Predigers Fethullah Gülen ins Visier genommen.

Erdoğan und Gülen standen sich bis zum Bruch über Jahre sehr nah. Die türkische Regierung macht den Ex-Verbündeten Erdoğans und seine Anhänger für den Putschversuch von 2016 verantwortlich.

Der Anwalt Baransus habe bis zuletzt Freispruch für seinen Mandanten gefordert. Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte in der Anklageschrift eine Haftstrafe zwischen 30 und 50 Jahren gefordert, hieß es.

asa/dpa
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