Streit über Flüchtlinge Erdogan kündigt Treffen mit Merkel und Macron an

Der Besuch des türkischen Präsidenten in Brüssel brachte kaum Fortschritte im Konflikt um die Flüchtlinge an der Grenze zur EU. Jetzt lädt Erdogan den französischen Präsidenten und die Bundeskanzlerin in die Türkei ein.
Recep Tayyip Erdogan

Recep Tayyip Erdogan

Foto:

Virginia Mayo/ AP

Neuer Anlauf in der Türkei: Nach dem weitgehend ergebnislosen Treffen mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel in Brüssel empfängt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in der kommenden Woche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron.

"Wir kommen am nächsten Dienstag in Istanbul zusammen", sagte Erdogan übereinstimmenden Berichten zufolge auf dem Rückflug aus Brüssel zu Journalisten. Auch der britische Premier Boris Johnson werde möglicherweise teilnehmen, sagte Erdogan.

Der türkische Staatschef hatte die Grenzen seines Landes zur EU vor gut einer Woche für geöffnet erklärt, was zu einem Massenandrang von Flüchtlingen an der türkisch-griechischen Grenze führte. Erdogan sagte, er beabsichtige vorerst nicht, seine Linie zu ändern. Vielmehr müsse Griechenland nun seine Grenze öffnen. Man habe in Brüssel darüber gesprochen, dass der Flüchtlingspakt mit der EU "aktualisiert" werden müsse.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, dass sich auch die Bedürfnisse der syrischen Flüchtlingskinder in der Türkei seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 geändert hätten. Angesichts "neuer Umstände" etwa in Syrien wolle man mit der EU weiter besprechen, wie der Flüchtlingspakt von 2016 überarbeitet werden könne.

mes/AFP/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.