Krisensituation in Griechenland Türkei schickt tausend Polizisten an die Grenze

An der türkisch-griechischen Grenze sitzen Tausende Migranten fest. Die Türkei erhöht den Druck auf die EU: Sie will Spezialeinsatzkräfte schicken, um Flüchtlinge von der Rückkehr in die Türkei abzuhalten.
Kastanies: Bereitschaftspolizisten aus Griechenland stoßen am Grenzzaun mit Migranten zusammen, die versuchen, aus der Türkei nach Griechenland zu kommen (Archivfoto vom 4. März)

Kastanies: Bereitschaftspolizisten aus Griechenland stoßen am Grenzzaun mit Migranten zusammen, die versuchen, aus der Türkei nach Griechenland zu kommen (Archivfoto vom 4. März)

Foto: Giannis Papanikos/ picture alliance/dpa

Laut Medienberichten will die Türkei 1000 "voll ausgestattete Spezialpolizisten" an die Grenze zu Griechenland schicken, sagte Innenminister Suleyman Soylu. Sie sollen demnach Migranten daran hindern, zurück in die Türkei zu gelangen, wenn griechische Grenzschützer sie nicht nach Griechenland hineinlassen. Er fügte hinzu, dass 164 Migranten von griechischen Sicherheitskräften verwundet worden seien.

"Sie haben 164 Migranten verletzt. Sie haben versucht, 4900 Menschen zurück in die Türkei zu schieben", sagte Soylu in Edirne. Die Türkei hatte Griechenland bereits gestern vorgeworfen, einen Migranten an der Grenze getötet zu haben. Athen dementierte das und sprach von einer Falschmeldung.

Nachdem die Türkei am vergangenen Wochenende die Grenze zu Griechenland geöffnet hatte, ist die Situation unübersichtlich. Tausende Menschen wollen über Griechenland in die EU einreisen. Griechenland drängt die Migranten mit Tränengas und Gewalt zurück. Dennoch erreichen einige Menschen auf Booten die griechischen Inseln. Sie werden von Griechenland nicht mehr registriert.

"Das ist keine Drohung oder Erpressung"

Die jetzige Reaktion der Türkei folgt der Strategie des Landes, die EU mit der Situation an der Grenze weiter unter Druck zu setzen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte vor Kurzem ein Einlenken im Flüchtlingsstreit von einer Unterstützung der EU für seinen Syrien-Kurs abhängig gemacht. Die Krise könne nur beendet werden, wenn die EU die "politischen und humanitären Bemühungen" seines Landes in Syrien unterstütze, sagte Erdogan.

Die EU warf der Türkei daraufhin einen Missbrauch der Krise zu politischen Zwecken vor. Gegen diesen Vorwurf verwehrte sich wiederum die Türkei. Regierungssprecher Ibrahim Kalin sagte, es gehe nicht darum, eine "künstliche Krise" zu schaffen. Vielmehr stoße die Türkei bei der Aufnahme von Flüchtlingen an ihre Grenzen.

Innenminister Soylu erklärte nun, dass voraussichtlich noch mehr Menschen über die Grenzen kommen könnten. Angesichts der Eskalation in Syrien sei eine Öffnung der Grenze für Flüchtlinge aus der Krisenregion Idlib möglich. "3,5 Millionen Menschen in Idlib und an den türkischen Grenzen sind derzeit in Not. Das unmenschliche Verhalten des Regimes dort bedeutet folgendes: auch die Türen dort werden sich öffnen und letztendlich werden sich alle auf den Weg nach Europa machen." Er fügte hinzu: "Das ist keine Drohung oder Erpressung."

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mfh/Reuters
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