Berichte lokaler Aktivisten Türkei soll von USA mitgenutzte Basis in Syrien beschossen haben

Bei der Offensive gegen kurdische Stellungen hat eine türkische Drohne offenbar eine Basis der Anti-IS-Koalition attackiert – die auch von den USA genutzt werde.
In der kurdischen Region Syriens beerdigen Männer die Leichen der Menschen, die bei einem Luftangriff durch die Türkei getötet wurden

In der kurdischen Region Syriens beerdigen Männer die Leichen der Menschen, die bei einem Luftangriff durch die Türkei getötet wurden

Foto: Ahmed Mardnli / EPA

Die Türkei führt ihren Kampf gegen die Kurden in Syrien fort: Bei einem Drohnenangriff auf eine Militärbasis sind Aktivisten zufolge am Dienstag zwei kurdische Kämpfer getötet und drei weitere schwer verletzt worden. Der Stützpunkt werde gemeinsam von der US-geführten internationalen Koalition und kurdischen Kämpfern genutzt, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Von der Basis nahe der Stadt Hasaka aus würden Offensiven gegen den »Islamischen Staat« (IS) geführt.

Erdoğan erwähnt Einsatz von Bodentruppen

Seit Sonntag fliegt die Türkei in Syrien und im Irak Angriffe auf Stellungen kurdischer Milizen, die sie für einen Anschlag am 13. November im Zentrum Istanbuls verantwortlich macht. Ankara greift Ziele in Regionen an, die unter der Kontrolle der syrischen Kurdenmiliz YPG stehen. Die Türkei sieht die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die PKK gilt unter anderem auch in Deutschland als Terrororganisation, die YPG nicht. Die USA sehen in der YPG einen Partner im Kampf gegen den IS.

Am Montag erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan dann, dass er auch den Einsatz von Bodentruppen im Nachbarland erwäge. Der Einsatz am Boden könnte bald beginnen, verkündete er am Dienstag: »Wir haben die Terroristen einige Tage lang mit unserer Luftwaffe und unseren Drohnen überflogen. So Gott will, werden wir sie bald mit unseren Soldaten, Kanonen und Panzern eliminieren«, sagte Erdoğan bei einer Ansprache im Nordosten der Türkei.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat die Türkei bei ihrem Besuch in Ankara dazu aufgerufen, eine Eskalation der Gewalt zu verhindern. Deutschland stehe an der Seite der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus, »die Reaktion muss aber verhältnismäßig sein«, sagte Faeser bei einem Treffen mit ihrem türkischen Amtskollegen Süleyman Soylu. Sie mahnte zur Einhaltung des Völkerrechts und zum Schutz von Zivilisten.

Die türkische Offensive in Syrien begann wenige Tage nach dem Anschlag in Istanbul mit sechs Toten, für den Ankara der PKK die Schuld gab. Die PKK und die syrischen Kurden weisen jegliche Verwicklung in den Anschlag zurück.

muk/dpa
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