Streit um Erdgas im Mittelmeer Türkei zieht Bohrschiff von Zyperns Küste zurück

Der Gasstreit im östlichen Mittelmeer könnte sich weiter entspannen: Die Türkei zog am Montag ihr Bohrschiff "Yavuz" vor der Küste Zyperns zurück - pünktlich zum Besuch von Nato-Generalsekretär Stoltenberg.
Bohrschiff "Yavuz" im Hafen von Dilovasi (Archivbild)

Bohrschiff "Yavuz" im Hafen von Dilovasi (Archivbild)

Foto: Lefteris Pitarakis/DPA

Im Konflikt um die Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es möglicherweise ein neues Zeichen der Entspannung: Die Türkei zog am Montag ihr Bohrschiff "Yavuz" vor der Küste Zyperns zurück. Wie auf Websites zum Schiffstracking zu sehen war, darunter die Seite "Vessel Finder", legte die "Yavuz" am Montag im türkischen Hafen Tasucu in der Provinz Mersin an. Eine offizielle Erklärung zu der Bewegung des Schiffs gab es nicht.

Die Rückkehr des Bohrschiffes in die Türkei fällt mit dem Besuch von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montag in der Türkei zusammen. Er reist danach nach Griechenland weiter. Stoltenberg will die beiden Kontrahenten im Konflikt um die Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer zu Verhandlungen und einer politischen Lösung der Streitigkeiten bringen.

Zeichen der Entspannung nach heftigem Streit

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl die EU-Mitglieder Griechenland und Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete: Ankara und Athen haben ihre Position auch durch die Entsendung von Kriegsschiffen verdeutlicht. Dies hat Sorgen in der EU verstärkt, dass der Streit zu einem militärischen Konflikt zwischen den Nato-Partnern führen könnte.

Zuletzt hatte es allerdings Zeichen der Entspannung gegeben. So erklärte sich etwa der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu Gesprächen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis bereit. Die EU verhängte bisher noch keine Sanktionen gegen die Türkei - trotz des Drucks aus Zypern - hält sich die Option aber offen. Ankara müsse "die Provokationen und den Druck" gegenüber Zypern beenden, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vergangene Woche. 

Griechenland und die Türkei hatten zudem nach Vermittlung der Nato einen Mechanismus zur Konfliktvermeidung vereinbart. Er soll militärische Zwischenfälle verhindern und umfasst unter anderem eine Hotline zwischen beiden Seiten.

mfh/AFP
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