Flucht nach Europa Vier schwangere Frauen sterben bei Bootsunglück

Ein Boot mit 37 Migranten an Bord ist vor der Küste Tunesiens gesunken. Dabei starben 20 Personen, darunter 19 Frauen, vier davon schwanger. Die Suche nach 13 Vermissten dauert an.
Einsatzkräfte stehen im Hafen von Sfax neben den zugedeckten Leichen der Opfer eines Bootsunglücks

Einsatzkräfte stehen im Hafen von Sfax neben den zugedeckten Leichen der Opfer eines Bootsunglücks

Foto: Houssem Zouari / dpa

Bei einem Bootsunglück vor der Küste Tunesiens sind mindestens 20 Migranten ums Leben gekommen, darunter vier schwangere Frauen. Insgesamt 19 der 20 ums Leben gekommenen Personen waren demzufolge Frauen. Dies gaben tunesische Behörden bekannt, die Suche nach 13 Vermissten dauert an. Das überladene Boot, das offenbar in schlechtem Zustand war, transportierte insgesamt 37 Menschen, von denen nach Angaben eines Gerichtssprechers der Region Sfax drei aus Tunesien und der Rest aus afrikanischen Staaten südlich der Sahara stammten.

Tausende Menschen wagen jedes Jahr von Tunesien und Libyen aus die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa. 2019 starben dabei nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 1200 Menschen. Von Januar bis August des laufenden Jahres hatte die IOM mehr als 900 Todesfälle gezählt. Nach Angaben des Tunesischen Forums für Wirtschaft und Sozialrechte kamen dieses Jahr mindestens 12.000 Migranten mit Booten von Tunesien nach Italien.

Da Tunesiens Küste nur wenige Hundert Kilometer vom europäischen Festland entfernt ist, ist der nordafrikanische Staat immer wieder Anlaufstelle für Migranten, die über die gefährliche Mittelmeerroute nach Europa wollen. Aufgrund der jahrelangen Wirtschaftskrise und der hohen Arbeitslosigkeit im Land versuchen zunehmend auch Tunesier auf diesem Weg nach Europa zu gelangen.

ene/dpa/AP/AFP
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