US-Präsident in den Ferien Golfen, twittern, wüten

Der scheidende US-Präsident hat die Feiertage nicht in Washington, sondern in seinem Ferienressort in Florida verbracht – von dort aus weitete Donald Trump seine Beleidigungen via Internet noch mal aus.
Nochpräsident Trump auf dem Golfplatz: Weihnachten mit Handicap

Nochpräsident Trump auf dem Golfplatz: Weihnachten mit Handicap

Foto: MARCO BELLO / REUTERS

Offiziell nutzte US-Präsident Donald Trump  die Feiertage, um »unermüdlich für das amerikanische Volk« zu arbeiten, wie das Weiße Haus in Washington wissen ließ. Tatsächlich aber ging es ihm in seinem Ferienresort Mar-a-Lago in Florida wohl auch um sein Handicap.

Es kursierten jedenfalls vor allem Bilder eines golfenden Mannes im weißen Polohemd und roter »Make America Great Again«-Baseballmütze – der sich zwischen den Partien ausgiebig Zeit nahm, um auf dem Kurznachrichtendienst Twitter allerlei Wütendes und Boshaftes zu hinterlassen. Fast als wolle er sich selbst noch einmal zeigen, was Platzreife bedeutet. Sein Urlaub schien acht Tage lang vor allem aus golfen und twittern zu bestehen.

Das Programm kam einem Kunststück gleich: Trump weitete den Umfang seiner Beleidigungen nochmals aus. Zielscheibe waren diesmal nicht nur die von ihm als solche beschimpften »Fake News« – also inzwischen beinahe alle Medien von der liberalen »New York Times« bis zum erzkonservativen Sender Fox – und die Demokraten, sondern auch die eigenen Reihen.

Der Oberste Gerichtshof, für den Trump selbst drei Richter ernannt hat, erhielt beispielsweise die Einschätzung, »völlig inkompetent und schwach« zu sein. Den republikanischen Gouverneur von Georgia, Brian Kemp, bezeichnete der Nochpräsident als »komplettes Desaster«. Die Vorsitzenden seiner republikanischen Partei nannte er »erbärmlich«. Und auch das FBI und das »Wall Street Journal« bekamen ihr Fett weg.

Dem Präsidenten, der inzwischen wieder nach Washington zurückgekehrt ist, scheint die Lust auf Politik gründlich vergangen zu sein. 20 Tage muss er noch aushalten, dann steht die Amtsübergabe an Joe Biden bevor. Dennoch weigert er sich beharrlich, den Wahlsieg seines Konkurrenten anzuerkennen. Selbst die Zeitung »New York Post«, die bisher zu seinen emsigsten und lautstärksten Unterstützern zählte, forderte inzwischen vom Präsidenten: »Stoppt den Wahnsinn«.

sbo/afp
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