Macron bezichtigt Morrison der Lüge »Ich glaube es nicht, ich weiß es«

Frankreichs Staatschef Macron attackiert den australischen Ministerpräsidenten Morrison: Der Premier habe ihn bei der Annullierung des Milliardendeals für den Kauf von Atom-U-Booten belogen.
Emmanuel Macron (Archivaufnahme)

Emmanuel Macron (Archivaufnahme)

Foto: Stephane Mahe / REUTERS

Emmanuel Macron ist beim G20-Gipfel in Rom zum ersten Mal seit dem Streit über den umstrittenen Atom-U-Boot-Deal mit Australiens Regierungschef Scott Morrison zusammengetroffen. Frankreich Präsident sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters vor Journalisten, Morrison habe ihn über die Annullierung des Milliardenvertrags mit Australien belogen.

Als Journalisten Macron fragten, ob er glaube, das Morrison ihn belogen habe, sagte Macron: »Ich glaube das nicht, ich weiß es«. Er habe großen Respekt und viel Freundschaft für das australische Volk. Wenn man mit Respekt miteinander umgehe, heiße dies jedoch auch, dass man ehrlich zueinander sein müsse.

Der australische Premierminister behauptete auf einer Medienkonferenz am selben Tag, dass er nicht gelogen habe. Er habe Macron gesagt, dass konventionelle U-Boote Australiens Bedarf nicht mehr decken würden. Man habe damit begonnen die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wiederherzustellen.

Australien hatte im September überraschend den seit Jahren verhandelten Kauf französischer U-Boote aufgekündigt. Stattdessen möchte Australien amerikanische Atom-U-Boote anschaffen. Das bedeute das Ende eines Vertrages über 56 Milliarden Euro, den Paris vor fünf Jahren mit Canberra abgeschlossen hatte. Die französische Naval Group sollte U-Boote des Typs »Shortfin Barracuda« an Australien liefern. Frankreich rief daraufhin auch seine Botschafter aus Australien und den USA zurück.

Der stellvertretende australische Premierminister Barnaby Joyce zeigte in Australien Unverständnis für Macrons Äußerungen. »Wir haben keine Insel gestohlen, wir haben nicht den Eiffelturm verunstaltet. Es war ein Vertrag«, sagte Joyce vor Reportern. »Verträge haben Bedingungen und Konditionen, und eine dieser Bedingungen ist, dass man aus dem Vertrag aussteigen kann.«

als/Reuters
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