US-Minister bei Selenskyj Blinken kündigt Rückkehr von US-Diplomaten nach Kiew an

US-Außenminister Blinken und -Verteidigungsminister Austin haben in Kiew Präsident Selenskyj ihre Unterstützung zugesagt. Aus Sicherheitsgründen abgezogene US-Diplomaten sollen noch in dieser Woche in die Ukraine zurückkehren.
US-Außenminister Antony Blinken und Pentagonchef Lloyd Austin am Montag nach ihrer Reise in die Ukraine

US-Außenminister Antony Blinken und Pentagonchef Lloyd Austin am Montag nach ihrer Reise in die Ukraine

Foto: POOL / REUTERS

Die USA haben ihre Solidarität mit der Ukraine demonstriert. Außenminister Antony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin reisten am Sonntag in die ukrainische Hauptstadt Kiew, um dort unter anderem Präsident Wolodymyr Selenskyj zu treffen.

Während ihres Aufenthalts in Kiew trafen Blinken und Austin mit Selenskyj, Außenminister Dmytro Kuleba, Verteidigungsminister Olexij Resnikow und Innenminister Denys Monastyrskyj zu einem rund 90-minütigen Gespräch zusammen, berichtete der Sender CNN. Selenskyj hatte den Besuch bei einer Pressekonferenz am Samstag angekündigt. In Washington hatte es aber aus Sicherheitsgründen zunächst keinen Kommentar dazu gegeben.

US-Diplomaten kehren in die Ukraine zurück

Blinken kündigte den Berichten zufolge an, dass US-Diplomaten, die vor Beginn der russischen Invasion die Ukraine verlassen hatten, noch in dieser Woche in das Land zurückkehren würden. Dies sei eine starke Botschaft der Solidarität der Vereinigten Staaten. Präsident Joe Biden werde bald zudem Bridget Brink als US-Botschafterin in der Ukraine nominieren. Brink ist derzeit US-Gesandte in der Slowakei.

Außerdem wolle Biden die Militärhilfe für die Ukraine und 15 andere osteuropäische Länder um voraussichtlich weitere 713 Millionen Dollar (rund 662 Mio Euro) aufstocken, schrieb die »New York Times«. Dies solle unter anderem dem ukrainischen Militär die Umstellung auf modernere Waffensysteme ermöglichen.

Selenskyj bedankte sich beim Besuch der beiden hochrangigen US-Minister für die Waffenhilfe der Amerikaner und forderte zugleich eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland. »Wir haben mit US-Außenminister Antony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin die Waffenhilfe besprochen, die Verschärfung der Sanktionspolitik gegen Russland, die Finanzhilfe für die Ukraine und Sicherheitsgarantien«, teilte Selenskyj auf seinem offiziellen Telegram-Kanal mit.

Die bisherigen Waffenhilfen in Höhe von 3,4 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) hätten der Ukraine sehr bei der Landesverteidigung geholfen, sagte Selenskyj. Zugleich gelte es, das russische Angriffspotenzial durch schärfere Sanktionen einzuschränken. Selenskyj verwies dabei auf einen schon erarbeiteten Aktionsplan von Andrij Jermak, dem Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung, und Michael McFaul, dem ehemaligen US-Botschafter in Moskau. Darüber hinaus betonte Selenskyj, wie wichtig es für die ukrainische Wirtschaft sei, dass ihre Waren einen besseren Zugang zum US-Markt bekämen.

Pentagon-Chef glaubt an ukrainischen Sieg

Auf dem Rückweg gab Pentagon-Chef Austin die Einschätzung ab, die Ukraine könne den Krieg gegen Russland gewinnen, falls sie ausreichend militärische Unterstützung erhalte. »Der erste Schritt zum Sieg ist der Glaube daran, dass man gewinnen kann«, sagte der Pentagon-Chef am Montag während seiner Rückreise. Davon sei die Ukraine überzeugt. »Sie können gewinnen, wenn sie die richtige Ausrüstung und die richtige Unterstützung haben«, betonte Austin.

Russland müsse hingegen weiter geschwächt werden. Durch den Krieg habe das Land bereits »viele militärische Fähigkeiten eingebüßt« und viele Soldaten verloren. »Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird, dass es zu so etwas wie dem Einmarsch in die Ukraine nicht mehr in der Lage ist«, sagte der Pentagon-Chef.

muk/dpa/AFP
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