Ukrainischer Außenminister Kuleba »Russland überfiel nicht nur die Ukraine. Es unterstützt Militärputsche in Afrika«

Eine moskaufreundliche Junta hat gerade erst die Macht in Burkina Faso übernommen. Nun wirft der ukrainische Außenminister dem Kreml vor, Zerfall auf dem Kontinent zu fördern.
Salutieren vor einer russischen Flagge in Burkina Faso: Nach dem Militärputsch waren etliche Menschen mit der Fahne Russlands unterwegs

Salutieren vor einer russischen Flagge in Burkina Faso: Nach dem Militärputsch waren etliche Menschen mit der Fahne Russlands unterwegs

Foto: ASSANE OUEDRAOGO / EPA

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat Russland beim Auftakt seines Afrika-Besuchs vorgeworfen, die Spaltung des Kontinents voranzutreiben. »Russland überfiel nicht nur die Ukraine. Es verbreitet Zerfall und unterstützt Militärputsche in Afrika«, sagte Kuleba am Montag in der senegalesischen Hauptstadt Dakar.

Vor wenigen Tagen war das westafrikanische Land Burkina Faso erneut von einem Militärputsch erschüttert worden. Präsident Paul-Henri Sandaogo Damiba wurde von rivalisierenden Militärs abgesetzt.

»In Burkina Faso sind viele Menschen enttäuscht, dass Präsident Damiba nicht wie angekündigt die Sicherheitslage verbessert hat. Seit seiner Machtübernahme im Januar haben sich Dschihadisten weiter ausgebreitet«, sagte der Sahel-Experte und Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bamako, Ulf Laessing, noch kurz vor Bekanntgabe des Putsches. Außerdem gebe es eine Spaltung innerhalb der Streitkräfte und der Gesellschaft. »Es gibt eine Fraktion, die wie in Mali mit Russland zusammenarbeiten will. Moskau wird versuchen, ein antifranzösisches Sentiment auszunutzen.« Etliche Menschen waren am Wochenende in der Hauptstadt Ouagadougou mit russischen Flaggen unterwegs.

Russland zunehmend militärisch aktiv in Sahelzone

Die Junta des neuen Machthabers Ibrahima Traoré hatte angegeben, für den Antiterrorkampf in dem Land »andere Partner« heranziehen zu wollen, ohne weitere Angaben zu machen. Russland ist in der Sahelregion zunehmend militärisch aktiv. So konzentriert sich Mali inzwischen auf die Zusammenarbeit mit Russland und hat sich von Frankreich in sicherheitspolitischen Fragen abgewendet.

Kuleba besuchte den Senegal als erstes Land seiner Afrika-Tour, die laut Angaben des ukrainischen Außenministeriums bis zum 12. Oktober dauern soll. Nächste Station Kulebas ist laut der ukrainischen Botschaft im Senegal die Elfenbeinküste, dort wird der ukrainische Außenminister in Abidjan, dem wirtschaftlichen Zentrum des Landes erwartet.

Viele afrikanische Länder hatten bei der Abstimmung der Uno-Vollversammlung über die Verurteilung des russischen Angriffskriegs auf eine klare Verurteilung verzichtet. 35 der 193 Uno-Mitgliedstaaten enthielten sich. Darunter waren neben China und Indien auch 17 afrikanische Staaten, darunter Südafrika und der Senegal.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde Abidjan als Hauptstadt der Elfenbeinküste bezeichnet. Tatsächlich ist Yamoussoukro die Hauptstadt des Landes. Außerdem hieß es in der früheren Version, Brasilien habe sich bei der Abstimmung über die Verurteilung des russischen Angriffskriegs enthalten. Wir haben die Stellen angepasst.

asc/dpa
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