Drohungen per Post Ukrainische Botschaften erhalten offenbar Pakete mit Blut und Tieraugen

Womöglich im Zusammenhang mit dem Krieg in der Heimat wurde zuletzt eine Briefbombe an die ukrainische Botschaft in Madrid geschickt. Nun melden auch andere Auslandsvertretungen des Landes ominöse Zusendungen.

Ukrainische Botschaften in Europa sehen sich offenbar zunehmenden Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Nachdem am Mittwoch in der Vertretung Kiews in Madrid eine Briefbombe explodiert und ein Mitarbeiter verletzt worden war, haben nun auch Botschaften und Konsulate in anderen Ländern bedrohliche Zusendungen erhalten.

Wie das ukrainische Außenministerium mitteilte , seien in den Botschaften in Ungarn, den Niederlanden, Polen, Kroatien und Italien sowie in drei Konsulaten in Italien, Polen und Tschechien Päckchen mit Tieraugen eingegangen. Vorfälle soll es zudem vor dem Sitz des ukrainischen Botschafters beim Vatikan und den Botschaften in Kasachstan und den USA gegeben haben. Päckchen und Briefe seien synchron aus »einem europäischen Land« eingegangen.

Am Freitagnachmittag wurde auch die Umgebung der bereits zuvor betroffenen ukrainische Botschaft in Madrid erneut abgesperrt. Auch dort war ein »blutiges Paket« mit Tieraugen aufgetaucht.

»Da sie nicht in der Lage sind, die Ukraine an der diplomatischen Front zu stoppen, versuchen sie, uns einzuschüchtern«, kommentierte Außenminister Dmytro Kuleba die Vorfälle mit Blick auf den seit mehr als neun Monaten andauernden russischen Angriffskrieg gegen sein Land. Kuleba versicherte, ukrainische Diplomaten arbeiteten davon unbeeindruckt weiter. An allen ukrainischen Auslandsvertretungen seien die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden.

In Spanien waren zuletzt mehrere wohl nicht professionell hergestellte Briefbomben versandt worden. Adressaten waren neben der ukrainischen Botschaft auch die US-Botschaft, Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, Verteidigungsministerin Margareta Robles, das EU-Satellitenzentrum auf dem Luftwaffenstützpunkt Torrejón und die US-Botschaft. Bis auf die explodierte Sendung in der ukrainischen Botschaft wurden die Sprengsätze rechtzeitig entdeckt und unschädlich gemacht.

Weil es sich bei den Empfängern um politische und militärische Einrichtungen handelt, wird ein Zusammenhang mit der Unterstützung der Akteure für die Ukraine nicht ausgeschlossen. In Spanien laufen wegen der Briefbombenserie derzeit Anti-Terror-Ermittlungen. Bislang hat sich niemand zu den Taten bekannt.

fek/dpa/AFP
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