Krieg in Osteuropa Ukraine dementiert russischen Vorwurf des Angriffs auf Donezk

Die Ukraine wirft Russland Kriegsverbrechen vor. Nun bezichtigt der Kreml ukrainische Truppen, eine verbotene Streubombe in Donezk eingesetzt und 20 Menschen getötet zu haben. Die Ukraine weist den Vorwurf zurück.
Russland kontrolliert Gebiete in der Ostukraine (Archivbild)

Russland kontrolliert Gebiete in der Ostukraine (Archivbild)

Foto: IMAGO/Stanislav Krasilnikov / IMAGO/ITAR-TASS

Russland greift ukrainische Städte massiv aus der Luft an. Nach Angaben aus Moskau und der prorussischen Separatisten sind in der ostukrainischen Großstadt Donezk mindestens 20 Menschen bei einem Raketenangriff getötet worden – angeblich von ukrainischer Seite.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, 28 weitere Zivilisten seien schwer verletzt worden. Unter den Opfern seien Kinder. Von den Separatisten hieß es, die Rakete vom Typ Totschka-U (Nato-Code: SS-21 Scarab) sei über Donezk abgefangen worden, Teile seien aber dennoch im Stadtzentrum niedergegangen.

Die Ukraine weist den Vorwurf des russischen Verteidigungsministeriums zurück. »Es handelt sich eindeutig um eine russische Rakete oder eine andere Munition«, sagt ein ukrainischer Militärsprecher. »Es ist sinnlos, überhaupt darüber zu reden.«

Konfliktparteien werfen sich gegenseitig Kriegsverbrechen vor

Sowohl das Ministerium als auch Separatistenführer Denis Puschilin beschuldigten die Ukraine, es habe sich um einen Angriff mit einer verbotenen Streubombe gehandelt, die noch in der Luft über dem Ziel eine Vielzahl kleiner Sprengkörper freisetzt. Das sei ein Kriegsverbrechen, sagte Puschilin, der Chef der selbst ernannten »Volksrepublik Donezk«.

In Moskau warf Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow den ukrainischen Kräften vor, sie hätten möglichst viele Zivilisten töten wollen. »Dies zeigt einmal mehr die nazistische und antimenschliche Einstellung des regierenden Regimes in der Ukraine«, sagte Konaschenkow. Bereits vor einigen Tagen hatte die Nato ihrerseits Russland vorgeworfen, im Krieg auch Streumunition einzusetzen.

Russland beschuldigt die Ukraine immer wieder, absichtlich Zivilisten und Wohngebiete im Donbass anzugreifen. Moskau behauptet, in Kiew hätten »Nazis« die Kontrolle, die einen »Genozid« an der russischen Minderheit in der Ostukraine verübten. Dafür gibt es keine Belege. Ihrerseits wirft auch die Ukraine den russischen Truppen Kriegsverbrechen sowie gezielte Angriffe auf Wohnviertel vor. 

muk/dpa/Reuters
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