Separatistengericht im Donbass Drei ausländische Kämpfer zum Tode verurteilt

Zwei Briten und ein Marokkaner sind von einem prorussischen Separatistengericht in der Ukraine des »Söldnertums« für schuldig befunden worden. Den drei Männern droht die Todesstrafe.
Ein ukrainischer Soldat im Donbass

Ein ukrainischer Soldat im Donbass

Foto: Brendan Hoffman / Getty Images

Das Oberste Gericht der separatistischen Donezker Volksrepublik (DVR) hat drei ausländische Kämpfer in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte als Söldner zum Tode verurteilt. Bei den Angeklagten handelt es sich um zwei Briten und einen Marokkaner. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden. Alle drei Männer wollen davon Gebrauch machen. Die britischen Kämpfer sind 48 und 35 Jahre alt, bei dem Marokkaner handelt es sich um einen 21-Jährigen.

Laut russischen Medien wurde den drei Kämpfern »Söldnertum« vorgeworfen. Die Todesstrafe werde für »alle Verbrechen zusammengenommen« verhängt, heißt es laut der russischen Nachrichtenagentur Tass in der Urteilsbegründung des prorussischen Gerichts.

Der Prozess gegen die drei Männer hatte am Mittwoch unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit begonnen. Ihnen werden Handlungen zur gewaltsamen Machtergreifung vorgeworfen. Laut Gericht haben die Angeklagten »ihre Schuld gestanden«. Einer der Männer habe zudem »zugegeben, in Terroranschlägen geschult worden zu sein«.

Für politische Ziele missbraucht

Die beiden Briten waren Mitte April in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol von prorussischen Kräften gefangen genommen worden. Beide hatten laut Medienberichten schon vor dem Krieg in der Ukraine gelebt und auch dort geheiratet. Das britische Außenministerium hatte vor dem Urteil des prorussischen Gerichts erklärt, die Gefangenen würden für politische Ziele missbraucht.

Nach dem russischen Einmarsch kämpften die Männer auf der Seite der ukrainischen Armee. Die russische Führung hatte allerdings in der Vergangenheit mehrfach erklärt, Ausländer generell als Söldner zu betrachten. Sie würden nicht als Kombattanten gelten und auf sie würden auch nicht die internationalen Gesetze zum Schutz von Kriegsgefangenen angewendet, drohte jüngst der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

In Russland gilt ein Moratorium auf die Todesstrafe. In den Separatistenrepubliken gilt dieses Moratorium hingegen nicht. Laut Medienberichten könnte die Hinrichtung durch Erschießen vollzogen werden.

mrc/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.