Drohender Prozess wegen Hochverrats Ukrainischer Ex-Präsident Poroschenko kehrt nach Kiew zurück

Der frühere ukrainische Präsident Petro Poroschenko soll Geschäfte mit prorussischen Separatisten gemacht haben – ihm droht lange Haft. Nun ist der 56-Jährige für einen Gerichtstermin in die Heimat zurückgekehrt.
Petro Poroschenko bei seiner Rückkehr nach Kiew

Petro Poroschenko bei seiner Rückkehr nach Kiew

Foto: SERGEY DOLZHENKO / EPA

Petro Poroschenko ist zurück in Kiew. Der ukrainische Ex-Präsident landete am Montag mit einer Maschine aus Warschau am Flughafen der Hauptstadt. In seiner Heimat droht dem früheren Staatschef ein Prozess wegen Hochverrats.

Poroschenko wird vorgeworfen, zwischen 2014 und 2015 am Verkauf großer Mengen Kohle durch prorussische Separatisten in der Ostukraine beteiligt gewesen zu sein. Poroschenko soll den Separatisten demnach als früherer Präsident geholfen haben, Kohle im Wert von umgerechnet fast 50 Millionen Euro an Kiew zu verkaufen und so »Terrororganisationen« unterstützt haben.

Am Flughafen in Kiew wurde Poroschenko nach eigenen Angaben der Pass abgenommen. Staatliche Stellen teilten dagegen mit, Poroschenko habe sich geweigert, eine Gerichtsvorladung entgegenzunehmen. Seine Begleiter hätten zudem physischen Widerstand geleistet.

Vor dem Terminal wurde der 56-Jährige von zahlreichen Anhängern empfangen. Poroschenko soll sich nun zu einem Gericht begeben, das über seinen weiteren Verbleib entscheiden soll.

Poroschenko war von 2014 bis 2019 Präsident der Ukraine und ist als Inhaber der Roshen-Unternehmensgruppe einer der reichsten Geschäftsmänner des Landes. 2019 war er nach einem Korruptionsskandal und einer Wahlniederlage vom derzeitigen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Amt abgelöst worden.

Sollte Poroschenko verurteilt werden, drohen ihm laut der Nachrichtenagentur AP bis zu 15 Jahre Haft. Seine Unterstützer bewerten das Verfahren als politisch motiviert. Poroschenko beharrt auf seiner Unschuld und hatte Selenskyj vorgeworfen, mit dem Vorgehen der Justiz gegen ihn von den derzeitigen Problemen der Ukraine ablenken zu wollen.

fek/Reuters