Ukrainischer Geheimdienst Russland bringt offenbar Flugzeuge auf der Krim in Sicherheit

Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist es jüngst zu mehreren Explosionen gekommen. Nun reagiert Moskau laut einem Bericht des ukrainischen Geheimdienstes – und verlegt Flugzeuge und Hubschrauber.
Am Dienstag steigt Rauch über einem Munitionslager auf der Krim auf

Am Dienstag steigt Rauch über einem Munitionslager auf der Krim auf

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IMAGO/Sergei Malgavko / IMAGO/ITAR-TASS

Die russische Luftwaffe versucht offenbar, Kampfflugzeuge und Hubschrauber auf der Krim in Sicherheit zu bringen. Das teilte der ukrainische Militärgeheimdienst am Mittwoch auf Facebook mit.

Teils würden die Flugzeuge ins Innere der 2014 annektierten Halbinsel überführt, teils auf russisches Festland abgezogen. Beobachtet worden sei die Verlegung von mindestens 24 Flugzeugen und 14 Hubschraubern, heißt es in dem Bericht. Überprüft werden konnten die Angaben aus Kiew nicht.

Am 9. August hatten Explosionen den russischen Luftwaffenstützpunkt Saki an der Westküste der Krim erschüttert. Satellitenbilder zeigten später , dass mindestens sieben Kampfjets zerstört worden waren.

Am Dienstag wurden dann schwere Detonationen in einem Munitionsdepot bei Dschankoj und eine kleinere Explosion auf dem Fliegerhorst Gwardejskoje nahe Simferopol beobachtet. Die Ukraine hat offiziell keine Verantwortung übernommen. Allerdings lassen die Schäden auf gezielte Aktionen gegen die Militäranlagen schließen.

DER SPIEGEL

Ukraine stellt sich auf Luftangriffe zum Nationalfeiertag ein – und droht Russland

Die Ukraine stellt sich derweil auf russische Raketenangriffe auf die Hauptstadt Kiew ein – und zwar zu ihrem Tag der Unabhängigkeit am 24. August. Das sagte Präsidentenberater Olexij Arestowytsch, der sich oft zu militärischen Fragen äußert. An der militärischen Lage werde sich dadurch aber nichts ändern, sagte er nach Berichten in Kiew.

Eher wäre es »eine rein emotionale Geste, um mehr Zivilisten zu töten und uns den Feiertag zu verderben«. Aber auch die Ukraine habe Mittel, den Russen den Tag zu verderben, sagte Arestowytsch – und erinnerte an die Serie von Explosionen auf russischen Militäranlagen auf der Krim. »Für sie wird es dort im Falle eines Angriffs viel schlimmer sein als für uns hier«, drohte er.

Die ehemalige Sowjetrepublik Ukraine erinnert jedes Jahr an die Erklärung ihrer Unabhängigkeit am 24. August 1991. In diesem Jahr fällt der Feiertag zusammen mit einem halben Jahr Abwehrkampf gegen die russische Invasion: Russland hatte den Angriff auf das Nachbarland am 24. Februar begonnen.

aar/dpa
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