Konflikt mit Russland Nato plant Truppenstärke in Osteuropa zu vergrößern

Die Nato will weitere Schiffe und Kampfflugzeuge in Osteuropa stationieren. Man werde »alle notwendigen Maßnahmen ergreifen«, so Generalsekretär Stoltenberg. Großbritannien zieht derweil Botschaftspersonal aus Kiew ab.
Ukrainische Panzer auf dem Weg in die Region von Luhansk

Ukrainische Panzer auf dem Weg in die Region von Luhansk

Foto: Andriy Dubchak / AP

Wegen der Spannungen mit Russland verstärken eine Reihe von Nato-Mitgliedstaaten ihre Militärpräsenz in Osteuropa. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Montag, die Streitkräfte würden in Bereitschaft gehalten und die Einsätze mit mehr Schiffen und Kampfflugzeugen verstärkt.

»Ich begrüße es, dass die Verbündeten zusätzliche Kräfte zur Nato beisteuern«, sagte Stoltenberg in einer Erklärung. »Die Nato wird weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um alle Verbündeten zu schützen und zu verteidigen, auch durch die Verstärkung des östlichen Teils des Bündnisses«, sagte Stoltenberg weiter. Demnach beteiligen sich Staaten wie Dänemark und Spanien, die USA und Frankreich erwägen es der Mitteilung zufolge.

DER SPIEGEL

US-Präsident Joe Biden erwägt einem Bericht der »New York Times«  zufolge auch die Entsendung Tausender US-Soldaten sowie von Kriegsschiffen und Flugzeugen in die osteuropäischen Nato-Staaten. Eine von mehreren diskutierten Varianten sehe bis zu 5000 Soldaten vor, wie die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise schreibt. Die Zahl könne demnach verzehnfacht werden, sollte die Lage sich verschlechtern.

Eine Truppenverlegung in die Ukraine selbst werde bislang nicht erwogen. Das US-Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

»Auch wenn wir uns in der Diplomatie engagieren, konzentrieren wir uns sehr auf den Ausbau der Verteidigung und der Abschreckung«, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Sonntag. »Die Nato wird weiter erheblich gestärkt, falls Russland erneute Aggressionsakte verübt. All das liegt auf dem Tisch.«

Derweil hat auch Großbritannien Mitarbeiter aus seiner Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew abgerufen. Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland würden einige Beschäftigte und Angehörige aus der Botschaft zurückgerufen, teilte das Außenministerium in London am Montagmorgen mit.

Zuvor hatte bereits die US-Regierung angesichts der zunehmenden Spannungen angekündigt, ihre Botschaftspräsenz in Kiew zu verringern. Familienangehörige von Diplomatinnen und Diplomaten wurden aufgefordert, die Ukraine zu verlassen. Kiew kritisierte dies als »übertriebene Vorsicht«.

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Vor einem für Montag geplanten Treffen der EU-Außenminister in Brüssel bekräftigte Dänemarks Außenminister Jeppe Kofod unterdessen, dass die Europäische Union zu weitreichenden Sanktionen gegen Russland bereit sei. »Zweifellos sind wir zu umfassenden, noch nie dagewesenen Sanktionen bereit, sollte Russland erneut in die Ukraine einmarschieren«, sagt Kofod. Russland und Präsident Wladimir Putin sollten wissen, dass der Preis sehr, sehr hoch sei, sollten sie Grenzen in Europa verschieben wollen.

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Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarschs in der Nähe der Grenze zur Ukraine wird im Westen befürchtet, dass der Kreml einen Einmarsch in das Nachbarland planen könnte. Moskau weist dies zurück und verlangt von den USA und der Nato Sicherheitsgarantien.

svs/dpa/Reuters/AP
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