Bilder aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol Im Inneren des Widerstands

Das Asow-Regiment hat Fotos aus dem Stahlwerk in Mariupol veröffentlicht. Sie zeigen die verheerenden Folgen der russischen Angriffe auf das Gelände.
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Noch nicht besiegt

Ein verwundeter Kämpfer des Asow-Regiments zeigt das Victory-Zeichen in den Katakomben des Asow-Stahlwerks in Mariupol. Er gehört angeblich zu den letzten ukrainischen Kämpfern, die seit Wochen das belagerte Gelände verteidigen. Die Soldaten berichten seit Tagen über schweren Beschuss durch russische Truppen.

Foto: Dmytro 'Orest' Kozatskyi / dpa
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Ausharren

Ein Asow-Kämpfer sitzt auf einer Liege im Untergrund des belagerten Stahlwerks.

Foto: Dmytro 'Orest' Kozatskyi / dpa
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Erste Hilfe

Verwundete ukrainische Soldaten müssen direkt auf dem belagerten Gelände gepflegt werden.

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Erschöpft

Ein verletzter Kämpfer lehnt sich zurück, nachdem er medizinisch versorgt wurde.

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Kein Weg nach draußen

Schwer verletzte Kämpfer zeigen sich vor einem behelfsmäßigen OP-Zelt auf dem Gelände des umkämpften Stahlwerks.

Foto:

Dmytro 'Orest' Kozatskyi / AP

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Resignation

Ein Soldat des Asow-Regiments, dem der rechte Arm amputiert wurde, blickt resigniert in die Kamera.

Foto: Dmytro 'Orest' Kozatskyi / AP
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Offene Wunden

Einem Asow-Kämpfer wird eine Wunde zugenäht.

Foto: Dmytro 'Orest' Kozatskyi / AP
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Heilung

Ein ukrainischer Soldat mit Gesichtswunden steht im Stahlwerk Asow-Stahl.

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Eindringlicher Blick

Ein Asow-Kämpfer sitzt in einer Nische im belagerten Stahlwerk. Er wurde am linken Arm getroffen.

Foto: Dmytro 'Orest' Kozatskyi / AP

Junge Männer mit amputierten Gliedmaßen, erschöpfte Blicke, blutverschmierte Militärkleidung. Die Bilder aus dem belagerten Stahlwerk Asow-Stahl in Mariupol, die vom Asow-Regiment veröffentlicht wurden, erzählen die Geschichte des erbitterten Kampfes um die letzte Bastion der Hafenstadt. Das Asow-Stahl-Gelände steht seit Wochen unter dauerhaftem Beschuss durch Moskaus Truppen. Fällt das Stahlwerk, ist Mariupol vollständig unter russischer Kontrolle.

Ukrainische Soldaten, darunter Kämpfer des Asow-Regiments, haben noch nicht aufgegeben. Sie sind die letzten Menschen, die sich noch inner- und unterhalb des Industriegeländes befinden. Soldaten und Zivilisten waren wochenlang im Stahlwerk eingeschlossen , nachdem es von Moskaus Truppen umzingelt worden war. Jetzt sind nur noch die Kämpfer da.

Auf den Bildern sind schwer verwundete ukrainische Soldaten zu sehen, die offenbar in dunklen OP-Nischen versorgt wurden. Einigen von ihnen mussten Körperteile wie Arme oder Beine amputiert werden. Andere haben Wunden im Gesicht. Die meisten erwecken den Eindruck, durch Explosionen verletzt worden zu sein.

Nach der gelungenen Evakuierung der letzten Zivilisten will die Regierung in Kiew auch schwer verletzte Soldaten aus dem Industriekomplex befreien. »Wir bereiten jetzt die zweite Etappe der Evakuierungsmission vor, der Verwundeten und Ärzte«, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj vergangene Woche. Moskau hat jedoch mehrfach angekündigt, die ukrainischen Kämpfer in Gefangenschaft nehmen zu wollen – selbst, wenn sie aufgeben würden.

»Kapitulation ist keine Option für uns, weil Russland kein Interesse an unserem Leben hat«, sagte Illja Samojlenko vom Asow-Regiment am vergangenen Sonntag bei einer Online-Pressekonferenz aus dem Inneren des Werks. Der Offizier bat dennoch die internationale Gemeinschaft um Hilfe: »Wir brauchen die Unterstützung der ganzen Welt.«

Die Bilder, die nun veröffentlicht wurden, kommen vom nationalistisch dominierten Asow-Regiment. Der SPIEGEL kann die Bilder derzeit nicht unabhängig überprüfen. Allerdings stimmen sie mit den Informationen und den Medienberichten über die allgemeine Situation im Stahlwerk überein.

col/dpa