Krieg in der Ukraine Boris Johnson warnt vor russischem Einsatz chemischer Waffen

Moskau fabuliert von chemischen Waffen in der Ukraine. Ähnlich wie die USA warnt nun auch Großbritannien vor einer russischen »Fake-Geschichte« – um einen eigenen Einsatz vorzubereiten.
Ein Panzer der prorussischen Separatisten in der Region Donezk

Ein Panzer der prorussischen Separatisten in der Region Donezk

Foto: ALEXANDER ERMOCHENKO / REUTERS

Wie zuvor bereits die USA hat auch der britische Premierminister Boris Johnson davor gewarnt, Russland könne im Ukrainekrieg chemische Waffen einsetzen. »Die Dinge, die man über chemische Waffen hört, stammen exakt aus Russlands Drehbuch«, sagte Johnson in einem Interview mit dem Sender Sky News , das am Donnerstagabend in voller Länger ausgestrahlt werden sollte.

Johnson: Russland hat schon »Fake-Geschichte bereit«

»Sie beginnen, in dem sie sagen, dass ihre Gegner oder die Amerikaner chemische Waffen lagern«, sagte Johnson über die russische Führung. »Und wenn sie dann selbst chemische Waffen einsetzen, was ich fürchte, dass sie das tun könnten, haben sie schon eine Art Maskirovka, eine Fake-Geschichte, bereit.«

Auch das Weiße Haus befürchtet einen Angriff Russlands mit chemischen oder biologischen Waffen – allerdings ebenso, ohne konkrete Belege dafür vorzuweisen. Am Mittwochabend schrieb Joe Bidens Sprecherin Jen Psaki auf Twitter, Moskau wolle mit der Verbreitung von Falschinformationen den Weg dafür bereiten, den ungerechtfertigten Angriffskrieg in der Ukraine weiter zu eskalieren. Russland folge dabei einem klaren Verhaltensmuster – entweder um selbst Massenvernichtungswaffen einzusetzen, oder um einen Angriff durch die Ukrainer vorzutäuschen. Dies solle eine Rechtfertigung für die Fortsetzung des Kriegs konstruieren, so Psaki weiter.

Psaki erklärte, Russland habe immer wieder chemische Waffen eingesetzt – etwa bei Anschlägen auf politische Widersacher von Präsident Wladimir Putin wie Alexej Nawalny. Zudem unterstütze Moskau den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, dessen Regime »wiederholt chemische Waffen eingesetzt hat«. Für Russland habe es Methode, dem Westen Verstöße vorzuwerfen, die das Land selbst begehe.

Russland hat die Ukraine beschuldigt, nukleare oder biologische Waffen zu entwickeln. Erst am Montag behauptete das russische Verteidigungsministerium, in der Ukraine gebe es ein Netzwerk von Bio-Laboren, die im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums arbeiteten. Internationale Faktenchecker haben diese Behauptung allerdings längst entkräftet.

svs/dpa
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