Bataillon aufgerieben Flussüberquerung endet für russische Einheit in Fiasko

Dutzende zerstörte Fahrzeuge, eine unbekannte Zahl von Toten: Beim Versuch, einen Fluss in der Ostukraine zu überqueren, hat ein russisches Bataillon laut übereinstimmenden Berichten schwere Verluste erlitten.
Fluss Siwerskyj Donez: Aufnahmen zeigen Rauch über einer offenbar provisorischen Brücke der russischen Truppen

Fluss Siwerskyj Donez: Aufnahmen zeigen Rauch über einer offenbar provisorischen Brücke der russischen Truppen

Foto: Ukrainian Airborne Forces Command / REUTERS

Der Vormarsch der russischen Truppen in der Ukraine läuft viel schleppender, als von Moskau geplant – mancherorts schaffen es ukrainische Einheiten, die Angreifer zurückzudrängen. Russland scheitert nicht nur am Widerstand der Verteidiger. Auch natürliche Hindernisse wie Flüsse bremsen die vorrückenden Truppen. Und in manchen Fällen werden sie zum Schauplatz gravierender Verluste.

Ein Beispiel dafür hat sich nach übereinstimmenden Berichten am Fluss Siwerskyj Donez, einem Nebenfluss des Don im Osten der Ukraine, ereignet. Dort versuchte eine russische Kampfeinheit, über Pontonbrücken den Strom zu überqueren. Doch das Artilleriebataillon der 17. ukrainischen Panzerbrigade nahm die Behelfsbrücken mit seinen 122-Millimeter-Haubitzen unter Beschuss – mit verheerenden Folgen für die russische Einheit, die aus etwa tausend Mann und etwa 50 Fahrzeugen bestand.

Laut dem US-Magazin »Forbes«  wurden etwa drei Dutzend Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge zerstört. Auch die Pontonbrücke sei vernichtet worden. Laut einem Bericht von CNN  versuchten die Russen, eine zweite Pontonbrücke zu errichten. Aber auch diese hätten die Ukrainer zerstört – darauf deuteten Satellitenaufnahmen hin.

Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte auf Twitter Fotos, die das Ergebnis des Beschusses zeigen sollen:

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Fotos, die über Nachrichtenagenturen verbreitet wurden, stammen vom Ukrainian Airborne Forces Command. Der SPIEGEL kann die Bilder derzeit nicht unabhängig überprüfen. Sie decken sich allerdings mit Informationen, die in unabhängigen Berichten zu finden sind.

Unklar ist laut »Forbes«, wie viele russische Soldaten getötet wurden. Klar sei aber, dass ein Bataillon mit derartigen Verlusten an Fahrzeugen nicht mehr einsatzfähig sei. Damit sei es den ukrainischen Einheiten gelungen, eines der etwa hundert russischen Kampfbataillone im Land auszuschalten.

Laut Angaben ukrainischer Militärs wollten die russischen Truppen offenbar auf die nahe gelegene Stadt Lyman vorrücken. Nun hielten sich die Einheiten am rechten Ufer auf und versuchten dort, ihre Position zu halten, berichtete »Forbes«.

Die Topografie und die Witterung in der Ukraine stellen die russischen Angreifer immer wieder vor Probleme. Es geht nicht nur um Flussüberquerungen, bei denen russische Einheiten zum leichten Ziel werden. Seit Kriegsbeginn gab es immer wieder Berichte, dass russische Truppen gezwungen sind, sich auf Straßen zu bewegen, weil sonst die Gefahr besteht, mit den Fahrzeugen im morastigen, schlammigen Boden steckenzubleiben.

Laut CNN macht sich die ukrainische Armee diesen Umstand zunutze. Für Russland sei die Verlegung von Truppen immer wieder ein »logistischer Albtraum«, insbesondere bei der Überquerung von Flüssen. Wiederholt habe die Ukraine Brücken zerstört, um den Vormarsch des Feindes zu erschweren. Und wenn russische Einheiten dann Pontonbrücken errichtet hätten, seien diese gezielt beschossen worden.

ulz
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