Sicherheitsbriefing Großbritannien beobachtet »erheblichen Erfolg« der Ukraine gegen russische Luftwaffe

In knapp zwei Wochen Invasion hat es Russland nicht geschafft, den ukrainischen Luftraum für sich zu erobern. Das britische Verteidigungsministerium lobt nun die eigentlich unterlegene Luftverteidigung.
Ein abgeschossener russischer Flieger in der Nähe von Kiew

Ein abgeschossener russischer Flieger in der Nähe von Kiew

Foto: Sergey Dolzhenko / EPA

Die ukrainische Luftwaffe fügt russischen Kampffliegern nach Erkenntnissen Großbritanniens erhebliche Schäden zu. Das schreibt das britische Verteidigungsministerium in einem neuen Bericht zur Lage in der Ukraine. Demnach sei es den Russen auch 13 Tage nach Beginn der Invasion nicht gelungen, die Kontrolle über den ukrainischen Luftraum zu gewinnen.

»Die ukrainische Luftverteidigung scheint erheblichen Erfolg gegen Russlands moderne Kampfflieger zu feiern«, heißt es in dem Sicherheitsbriefing . Das führe womöglich dazu, dass es den Russen nicht möglich sei, »auch nur einen Grad Lufthoheit zu erobern«.

Auch zu den Bodenbewegungen äußerte sich das Verteidigungsministerium. Demnach würden die Kämpfe rund um die Vororte im Nordwesten der Hauptstadt Kiew weitergehen – allerdings, ohne dass russischen Truppen bisher Durchbrüche gelangen. Russland war seit Kriegsbeginn in einer Art Zangenbewegung auf Kiew vorgerückt, die rasche Einnahme der Hauptstadt war eines der Hauptziele. Bisher gelang es der Kremlarmee jedoch nicht, nach Kiew einzurücken.

Großstädte weiter umkämpft

Laut britischen Angaben sind die Städte Charkiw, Tschernihiw, Sumy und Mariupol hingegen deutlich umkämpfter. Hier sei es russischen Truppen gelungen, die Städte einzukesseln. Die Bevölkerung leide unter starken russischen Luftangriffen.

Russland und die Ukraine hatten sich am Montag eigentlich nach einer dritten Verhandlungsrunde auf die Einrichtung von Fluchtkorridoren eingerichtet. Am Dienstag konnte bislang jedoch nur eine Route aus der Großstadt Sumy im Nordosten geöffnet werden – die anderen fünf ausgewählten Städte blieben umkämpft. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, für das Nichteinhalten der Feuerpausen verantwortlich zu sein.

Aus Sumy konnten am Dienstag jedoch zahlreiche Zivilisten die Region verlassen: Rund 5000 Ukrainer und etwa 1700 ausländische Studierende seien an einen sichereren Ort gebracht worden, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk der Agentur Unian zufolge. Die Fluchtrouten führten etwa nach Poltawa, nach Lwiw oder in benachbarte EU-Länder.

mrc
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