Britischer Geheimdienst Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte soll nach »Moskwa«-Untergang entlassen worden sein

Der Untergang der »Moskwa« gilt als herber Verlust für die russische Armee. Seither war der zuständige Kommandeur nicht mehr öffentlich zu sehen. Die Briten wollen nun sein Schicksal kennen.
Die »Moskwa« auf einer älteren Aufnahme im Schwarzen Meer

Die »Moskwa« auf einer älteren Aufnahme im Schwarzen Meer

Foto: STRINGER / REUTERS

Im April war das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, die »Moskwa«, nach ukrainischem Beschuss gesunken. Nun geht der britische Geheimdienst davon aus, dass Igor Ossipow, Kommandeur der Flotte, im Zuge der Schmach seinen Posten räumen musste. Er sei »höchstwahrscheinlich« entlassen worden, teilte das britische Verteidigungsministerium via Twitter mit.

Zudem wurde nach britischen Angaben der russische Generalleutnant Sergej Kissel nach erfolglosen Angriffen in der Region Charkiw abgelöst. Von russischer Seite gab es dafür keine Bestätigung.

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Die britische »Times« berichtet zudem, Ossipow sei seit dem Untergang der »Moskwa« nicht mehr öffentlich gesehen worden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit stehe er unter Arrest, berichtet die Zeitung. Dass Ossipow geschasst wurde, hatte zuvor bereits der ukrainische Geheimdienst behauptet. Zudem war aufgefallen, dass Ossipow am 9. Mai bei der Militärparade zum 77. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Sewastopol auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim fehlte.

Ossipow war von 2015 bis 2016 Kommandeur der Kaspischen Flottille und seit 2019 Kommandeur der Schwarzmeerflotte.

Untergang eines Flaggschiffs

Die »Moskwa« galt als Flaggschiff der Schwarzmeerflotte und als das am schwersten bewaffnete Schiff. 2008 nahm die »Moskwa« am Kriegseinsatz in Südossetien teil. 2015 bis 2016 sorgte das Kriegsschiff von Seeseite aus für den Luftschutz des russischen Luftwaffenstützpunkts Hmeimim an der syrischen Küste.

Am 14. April wurde die »Moskwa« von ukrainischen Raketen getroffen und sank kurz darauf. Die Regierung in Moskau bestätigte die Angaben zunächst nicht, nach Darstellung der Russen sank das Schiff, nachdem es eine Explosion an Bord gegeben hatte.

Eine Woche später gab das Verteidigungsministerium in Moskau den Tod eines Besatzungsmitglieds zu, 27 weitere Matrosen würden vermisst. Die übrigen 396 Mitglieder der Besatzung seien gerettet worden. Angaben über getötete, verletzte oder verschollene Soldaten an Bord fallen in Russland nach einem Erlass von Putin aus dem Jahr 2015 allerdings unter das Staatsgeheimnis.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes war Igor Ossipow an einer Stelle versehentlich als Kommandant bezeichnet und nicht als Kommandeur. Wir haben die Stelle geändert.

mrc