Mariupol unter Beschuss Kiew und Moskau geben sich gegenseitig Schuld für Angriff auf Theater

Das Drama-Theater in Mariupol soll zuletzt als Schutzraum für Zivilisten genutzt worden sein. Die Ukraine wirft Russland vor, das Gebäude bombardiert zu haben. Moskau sieht die Asow-Miliz am Werk.
In Mariupol sind zivile Gebäude bereits mehrfach Opfer russischer Angriffe geworden

In Mariupol sind zivile Gebäude bereits mehrfach Opfer russischer Angriffe geworden

Foto: Evgeniy Maloletka / AP

Die Hafenstadt Mariupol hat sich zu einem der zentralen und brutalsten Schauplätze des Krieges entwickelt. Nach einem Angriff auf ein Theater haben Kiew und Moskau sich gegenseitig die Schuld für den vermeintlichen Angriff auf Hunderte Zivilisten gegeben. Russische Soldaten hätten am Mittwoch keinerlei Luftangriffe gegen Bodenziele in Mariupol ausgeführt, teilte das russische Verteidigungsministerium der Agentur Interfax zufolge mit. »Nach verfügbaren zuverlässigen Daten« hätte das ukrainische nationalistische Regiment Asow das zuvor bereits verminte Theatergebäude attackiert, hieß es.

Zuvor hatte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba Russland für den Angriff verantwortlich gemacht. »Ein weiteres entsetzliches Kriegsverbrechen in Mariupol«, twitterte er. »Heftiger russischer Angriff auf das Drama-Theater, wo sich Hunderte unschuldiger Zivilisten versteckt haben.« Das Gebäude sei vollständig zerstört. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Auch Angaben zu Opfern lagen zunächst nicht vor.

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Neben dem Theater soll ukrainischen Angaben zufolge am Mittwoch noch ein weiterer Ort bombardiert worden sein, an dem sich Zivilisten aufhielten. Getroffen worden sei ein Schwimmbad, in dem Frauen mit Kindern sowie Schwangere Schutz gesucht hätten, meldete die Agentur Unian unter Berufung auf den Chef der Militärverwaltung des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, am Mittwochabend. Menschen seien verschüttet worden, sagte Kyrylenko demnach. Auch für diesen Angriff machte die ukrainische Seite russische Soldaten verantwortlich.

Mariupol ist seit Wochen von russischen Truppen eingeschlossen und wird von mehreren Seiten aus beschossen. Hunderttausende Menschen sollen unter katastrophalen Bedingungen in der Stadt am Asowschen Meer eingeschlossen sein. Die ukrainischen Behörden melden allein für die Hafenstadt mehr als 2000 Tote.

muk/AFP
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