Telefonat mit dem Kreml Scholz und Macron fordern sofortige Waffenruhe

Etwa eine Stunde haben Kanzler Scholz und Frankreichs Präsident Macron mit Wladimir Putin telefoniert. In dem Gespräch mit dem russischen Präsidenten drängten beide auf eine diplomatische Lösung im Ukrainekrieg.
Russlands Präsident Putin

Russlands Präsident Putin

Foto: Andrey Gorshkov / SPUTNIK / KREMLIN POOL / EPA

Der Ukrainekrieg hatte kurzzeitig zur Folge, dass kaum noch führende westliche Politiker mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin sprechen wollten. Nun allerdings haben Kanzler Olaf Scholz (SPD) und der französische Präsident Emmanuel Macron mit dem Kreml telefoniert. Dabei haben beide die Bedeutung von Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine betont.

Jegliche Lösung der Krise müsse in Gesprächen zwischen den beiden Ländern gefunden werden, sagten die beiden Angaben des Élysée-Palasts zufolge in einem etwa einstündigen Telefonat mit Russlands Präsident am Donnerstag. Scholz und Macron forderten demnach von Russland erneut eine sofortige Waffenruhe.

»Macron und Scholz bestanden darauf, dass jede Lösung dieser Krise durch Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland erfolgen muss«, bestätigte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin. Dem französischen Präsidialamt zufolge hätten Macron, Scholz und Putin vereinbart, in den nächsten Tagen in engem Kontakt zu bleiben.

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte das Gespräch. Er teilte russischen Agenturen zufolge allerdings zunächst nur mit, dass die Ukraine Gesprächsthema gewesen sei.

Russland hat vor zwei Wochen seinen Angriff gegen die Ukraine begonnen. Seitdem gab es mehrfach Gespräche von Unterhändlern über zeitweilige Feuerpausen. Am Donnerstag fand im türkischen Antalya der erste ranghohe Verhandlungsversuch zwischen dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow statt. Das Treffen brachte jedoch keine wesentlichen Fortschritte.

Finnischer Präsident will Freitag mit Putin sprechen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb bei Twitter, er habe mit Scholz über den Verlauf der »Friedensgespräche« gesprochen. Es sei wichtig, den Sanktionsdruck auf Russland zu verstärken.

Der Krieg in der Ukraine und die nächsten damit verbundenen Schritte sollen laut Élysée auch Thema beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs sein, der am Donnerstagabend im französischen Versailles beginnt.

Auch Finnlands Präsident Sauli Niinistö will mit Putin sprechen. Ein Telefonat ist für Freitag angekündigt. Worüber er mit dem Kremlchef sprechen will, ließ der Finne nach Angaben des Rundfunksenders Yle am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Helsinki zunächst offen. »Das weiß ich nicht einmal selbst«, sagte Niinistö. Der finnische Präsident kennt Putin so gut wie kaum ein anderes Staatsoberhaupt.

Finnland ist das EU-Land mit der längsten gemeinsamen Grenze mit Russland. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine diskutieren die Finnen ebenso wie die benachbarten Schweden erneut über einen möglichen Beitritt zur Nato – beide Länder sind keine offiziellen Mitglieder des Militärbündnisses, aber enge Partner der Allianz.

asc/Reuters/dpa
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