Krieg in der Ukraine Polen nimmt nahe Ukraine-Grenze mutmaßlichen russischen Spion fest

Ein Spanier russischer Herkunft ist nahe der Grenze zur Ukraine vom polnischen Geheimdienst aufgegriffen worden. Der Mann soll für den russischen Militärdienst GRU arbeiten. Er gab sich als Journalist aus.
Przemysl, nahe der polnisch-ukrainischen Grenze

Przemysl, nahe der polnisch-ukrainischen Grenze

Foto: IMAGO/Bryan Smith / IMAGO/ZUMA Wire

Der polnische Geheimdienst hat in der Nähe der Grenze zur Ukraine einen mutmaßlichen russischen Spion festgenommen. Es handele sich um einen spanischen Staatsbürger russischer Herkunft, der für den russischen Militärdienst GRU tätig gewesen sein soll, teilte der Geheimdienst ABW am Freitag mit.

Der Mann sei nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine in der Nacht auf den 28. Februar in Przemysl nahe der polnisch-ukrainischen Grenze festgenommen worden. Er habe sich zuvor seit wenigen Tagen in der Region aufgehalten.

Den Angaben zufolge soll er eine Akkreditierung als Journalist gehabt haben und an Informationen gelangt sein, »deren Nutzung durch russische Geheimdienste negative Auswirkung auf die innere und äußere Sicherheit sowie auf die Verteidigungsfähigkeit« Polens haben könnte, hieß es weiter. Der Mann habe seine Ausreise in die Ukraine geplant, um dort seine Agententätigkeit fortzusetzen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Tätigkeit für einen ausländischen Geheimdienst zum Schaden Polens. Im Falle einer Verurteilung drohen dem mutmaßlichen Agenten bis zu zehn Jahre Haft.

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind in Polen nach Angaben des polnischen Grenzschutzes 672.500 Geflüchtete aus dem Nachbarland angekommen. Viele Züge aus Kiew und anderen ukrainischen Städten kommen in der ostpolnischen Stadt Przemysl an.

mfh/dpa